04.02.2012 [11:50]

Frauenförderplan soll Pflicht werden

Foto: Bergsteiger
Frauen haben in der Arbeitswelt immer noch die schlechteren Karten. Um diese Karten jetzt neu zu mischen und für mehr Gleichbehandlung zu sorgen, fordert Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek verpflichtende Frauenförderpläne für Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Frauen und Männer finden auf dem Arbeitsmarkt noch immer nicht die gleichen Chancen vor. Frauen machen weniger oft Karriere und tragen die Hauptlast wenn es darum geht, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Um diese Ungerechtigkeit endlich zu beenden und für mehr Fairness im Arbeitsleben zu sorgen, fordert Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nun verpflichtende Frauenförderpläne.

         

Wie sehen diese Förderpläne konkret aus?

           

Ab einer bestimmten Größe, werden Unternehmen im Gleichbehandlungsgesetz verpflichtet, einen Frauenförderplan zu erstellen. Dieser Plan soll aus drei Teilen bestehen: Ist-Analyse, Zielformulierung und natürlich die konkreten Maßnahmen. In regelmäßigen Abständen soll ein Fortschrittsbericht erstellt werden. Konkret soll der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöht werden, mehr Frauen für „frauenuntypische“ Berufsfeld gewonnen werden, Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten verbessert werden und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert werden. „Wir möchten hier die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen. Denn es ist auch ihre Verantwortung, Frauen zu fördern. Und zwar so lange, bis es im Arbeitsleben keinen Unterschied mehr macht, ob ich eine Frau oder ein Mann bin“, betont die Frauenministerin.

Andrea Mautz: „Wichtiger Schritt zur Gleichbehandlung.“

Foto: Knie

Die von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek geforderten verpflichtenden Frauenförderpläne für Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezeichnet Andrea Mautz, SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin als "weiteren wichtigen und notwendigen Schritt zur Gleichbehandlung". Mautz: „Die verpflichtenden Frauenförderpläne würden den Frauenanteil in Leitungspositionen erhöhen, die Möglichkeiten für Teilzeit in Führungsetagen verbessern und mehr Väter zur Karenz motivieren. Und das wäre ein weitere wichtiger Puzzlestein auf dem Weg zu einer Arbeitswelt, in der Frauen und Männer endlich die gleichen Chancen haben.“

Gisela Wurm: „Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer fairen Arbeitswelt.“

Foto: Kaufmann

Auch SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm begrüßt und unterstützt die Forderung von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek: "Die Umsetzung der verpflichtenden Frauenförderpläne wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu einer fairen Arbeitswelt. Diese Pläne sorgen für einen klaren Überblick über die Ist-Situation in den Unternehmen, bringen mehr Frauen in Leitungspositionen und erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Davon profitieren nicht nur die Frauen, sondern auch die Unternehmen“, betont Wurm. Denn zahlreiche Studien zeigen: Frauenfreundliche Betriebe, mit hohen Frauenquoten in den Führungsetagen erwirtschaften mehr Gewinn als jene in denen weibliche Führungskräfte noch immer unterrepräsentiert sind.