Grasser wird von seiner Schwiegermutter schwer belastet
500.000 Euro habe er 2005 in bar von seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota erhalten. Diese hätte nämlich sein „Veranlagungsgeschick“ testen wollen. Das gab Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser vergangenes Frühjahr zu Protokoll und sorgte mit dieser ungewöhnlichen Begründung für einen außergewöhnlichen Geldfluss einmal mehr für Schlagzeilen. In mehreren Tranchen transportierte Grasser zwischen 2005 und 2006 das Geld über die Schweizer Grenze nach Österreich und eröffnete damit bei der Meinl Bank das Treuhand-Konto „Ferint“. Um anschließend in einen Genussschein der Hypo Alpe Adria Bank zu investieren – angeblich auf Geheiß der Schwiegermutter.
„Profil“ Schwiegermutter war niemals „wirtschaftlich Berechtigte“
In seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet das Nachrichtenmagazin „Profil“ entgegen Grassers bisheriger Behauptungen allerdings, dass Marina Giori-Lhota ihren Schwiegersohn nun schwer belastet. Demnach habe Giori-Lhota in einem Schreiben an die Innsbrucker Finanz vom November 2011 angegeben, niemals „wirtschaftlich Berechtigte“ jenes Treuhandkontos gewesen zu sein. Grassers Anwaltskanzlei Ainedter & Ainedter hielt diesbezüglich in einer Stellungnahme gegenüber „Profil“ fest, dass die Schwiegermutter Grasser das Geld „geborgt“ habe.
Krainer rechnet mit baldiger Anklage
Für SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer bricht „Grassers Argumentation“ damit „wie ein Kartenhaus in sich zusammen“. Dass das ausgerechnet am 12. Jahrestag der Angelobung von Schwarz-Blau passiert, ist ein zusätzlicher Treppenwitz der Geschichte. Ein Anklage erwartet Krainer noch im ersten Halbjahr 2012. "Nun wird sich zeigen müssen, dass sich auch ein Finanzminister nicht alles erlauben kann – das wird gut für die Glaubwürdigkeit von Justiz und Politik in diesem Land sein", so Krainer. Denn für Grasser gelten dieselben Gesetze wie für alle Menschen. „Auch wenn Grasser zuweilen den Eindruck erweckte, er glaube dies selbst nicht“, so der SPÖ-Finanzsprecher.










