02.02.2012 [16:00]

Lebensmittelkennzeichnung: Europa-Parlament stoppt irreführende Werbung

Schule (Foto: Bilderbox)
„Enthält jetzt 15 Prozent weniger Zucker!“ — Mit solchen und ähnlichen Slogans wollen viele Lebensmittelhersteller ihre Produkte bewerben. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass diese auch tatsächlich gesünder oder kalorienärmer sind. Laut EU-Abgeordneter Karin Kadenbach „ist das irreführend und feindlich gegenüber den Konsumentinnen.“

Das Plenum des EU-Parlaments hat Änderungen zu Lebensmittelkennzeichnungen abgelehnt, die Produktwerbung mit Werbesprüchen wie „X% weniger Fett/Zucker“ erlaubt hätten. Diese sind für die Kunden nicht ausreichend nachvollziehbar. So kann eine Reduktion um zehn Prozent Zucker noch lange nicht bedeuten, dass es sich — verglichen mit ähnlichen Produkten — um einen zuckerarmen Artikel handelt. Außerdem bedeutet weniger Zucker noch lange nicht weniger Kalorien. EU-Abgeordnete Karin Kadenbach lehnt solche Slogans daher ab: „Nur wenn der Kunde weiß, worauf sich diese Prozentangaben beziehen, sind sie auch sinnvoll. Hier wollen die Lebensmittelkonzerne ganz klar die Konsumentinnen täuschen, indem sie ein gesünderes Produkt suggerieren.“


Konsumentenschutz ist Priorität

"Mit solchen Methoden wird das Vertrauen der Menschen in die Lebensmittelindustrie erschüttert. Die Konsumenten müssen sich auf die Angaben verlassen können. Es kann nicht erwartet werden, dass jeder Kunde bei jedem Produkt das Kleingedruckte liest und dann abwägt, ob das Produkt den Ansprüchen genügt", sagt die EU-Abgeordnete, die Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit ist. Bereits im Herbst war ein Erfolg im Bereich der Lebensmittelkennzeichnung im EU-Parlament gelungen. Es wurden neue Regeln geschaffen, die exakte Bezeichnungen garantieren sollen, damit bewusste, gesunde Kaufentscheidungen getroffen werden können.