23.01.2012 [14:00]

Pilotprojekte: Entscheidender Schritt in Richtung Profi-Heer

Verteidigungsminister Norbert Darabos hat den Startschuss für die Plilotprojekte im Österreichischen Bundesheer gegeben. Ziel ist es, das Bundesheer zu professionalisieren und verstärkt an die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Erreicht werden soll das durch Aufstellung eines Musterverbandes mit ausschließlich Berufs- und Zeitsoldaten, durch die Stärkung und Aufwertung der Miliz und durch die Reduktion von Systemerhaltern. "Neue sicherheitspolitische Herausforderungen verlangen nach neuen, flexiblen Antworten", betonte Darabos bei der Präsentation der Pilotprojekte. 20 von 27 EU-Staaten haben sich an die veränderten Bedingungen bereits angepasst und ihr Heer auf ein Berufsheer umgestellt. "Ich bin mir sicher, dass ein Profi-Heer auch für Österreich die beste Lösung ist", unterstrich Darabos. Die Zukunft des Bundesheeres liegt in einer "flexiblen und hochmotivierten Profi-Truppe". Mit den Pilotprojekten soll gezeigt werden, dass das Bundesheer ohne Grundwehrdienst funktioniert und zur Professionalisierung der Truppe beiträgt.


„Zukunft des Bundesheeres beginnt 2012“


Die Kosten für die Projekte belaufen sich im ersten Jahr auf ca. 1,8 bis 2 Mio. Euro, die im derzeitigen Budget untergebracht sind. Investitionen in die Truppe sind Investitionen in die Qualität und damit in die Zukunft des Bundesheeres, betonte Darabos. "Das darf auch etwas kosten", so der Minister, der daran erinnerte, dass die Pilotprojekte sowohl auf dem Regierungsabkommen als auch auf den Empfehlungen der Reformkommission basieren. „Die Zukunft des Österreichischen Bundesheeres beginnt 2012“, machte Darabos deutlich.

Die drei Pilotprojekte im Überblick:

1. Freiwilligenmiliz: Aufstellung von Pionierkompanien in Salzburg und Niederösterreich. Die jeweils ca. 115 Soldaten, die sich freiwillig melden, erhalten eine Jahresprämie von ca. 5.000 Euro. Dafür erklären sie sich bereit, pro Jahr rund zwei Wochen für Übungen bzw. erforderliche Einsätze zur Verfügung zu stehen. Ein Auslandseinsatz ist für die Pionierkompanien nicht vorgesehen. Neben militärischen Einsätzen haben sie jedoch die Aufgabe, bei Katastrophen die zivilen Einsatzkräfte effektiv zu unterstützen.

2. Reduktion von Systemerhalter-Aufgaben: An folgenden Standorten sollen in Zukunft insgesamt ca. 350 Funktionssoldaten (Kraftfahrer, Köche, Gehilfen, Wachen) eingespart werden. BMLVS, Standort Rossau, AG Franz-Josefs-Kai, Wien, Führungsunterstützungsschule in der Starhemberg-Kaserne in Wien, Kommandogebäude General Körner in Wien, Truppenübungsplatz Seetaler Alpe in der Steiermark, Khevenhüller-Kaserne in Klagenfurt. Die Auswahl der Liegenschaften erfolgte aufgrund der geografischen Streuung und gewährleistet einen Mix aus Zentralstelle, Schule, Truppe und Übungsplätzen.

3. Musterverband:
Bis Juli 2012 soll das Jägerbataillon 25 in Klagenfurt neu strukturiert werden, um die Bedürfnisse eines professionellen Verbands besser erfüllen zu können. Mit der Rekrutierung wird umgehend begonnen. Bis Anfang 2014 wird das Bataillon über eine erste Einsatzbereitschaft für Inlandsaufgaben, ab Juli 2014 über die volle Einsatzbereitschaft verfügen. Zu diesem Zeitpunkt wird das Bataillon neben den bereits heute bestehenden 150 Berufssoldaten über ca. 350 weitere Berufs- und Zeitsoldaten verfügen.

 

Service: Details über die Pilotprojekte erhalten Sie im  Factsheet.

 

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