arbeit, frauen, pensionen,

Klare Worte des Vizekanzlers zum Frauenpensionsalter gefordert

Schon wieder kommt aus Richtung der ÖVP, konkret von Wirtschaftskammerpräsident Leitl, der Ruf nach einer vorzeitigen Anhebung des Frauenpensionsalters. Für die SPÖ kommt das nicht in Frage. Eine Klarstellung des Vizekanzlers zum Thema ist immer noch ausständig.

Wirtschaftskammerpräsident Leitl hat in einem Interview gesagt, dass es unsozial sei, das Frauenpensionsalter nicht vorzeitig anzuheben. Unsozial ist für die SPÖ etwas ganz anderes, nämlich die Situation von Frauen, die jetzt schon keine Arbeit finden oder Schwierigkeiten haben, ihre Arbeit zu behalten, noch zu verschlechtern. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek fordert Leitl auf, aktiv zu werden und „dafür sorgen, dass altersadäquate Arbeitsplätze vorhanden sind“. Denn fast jede zweite Frau geht aus Arbeitslosigkeit oder Krankheit in Pension. „Die Unternehmen sind gefordert, das Know-how erfahrener Mitarbeiterinnen länger zu halten und zu nutzen.“ Eine Studie im Auftrag des AMS unter 290.000 Betrieben zeigt aber, dass 200.000 Betriebe gar keine Menschen über 55 beschäftigen.

Anheben des Frauenpensionsalters ab 2014 brächte 30.000 Arbeitslose

„Es nicht unsozial, sich an die in der Verfassung festgeschriebene Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters ab 2024 zu halten, sondern hunderttausende Frauen in Österreich zu verunsichern – das ist unsozial“, sagt auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Schon jetzt ist nur jede dritte Frau zwischen 55 und 64 Jahren erwerbstätig. Viele Frauen sind im Dienstleistungssektor tätig und finden dort ab einem gewissen Alter nur mehr schwer eine Arbeit. Eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters ab 2014 beträfe 315.000 Frauen ab 45 Jahren; die Konsequenzen wären verheerend: 30.000 zusätzliche Arbeitslose und 500 Mio. Euro Zusatzkosten für die Arbeitslosenversicherung.

Schon vor einigen Wochen hat AK-Expertin Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie der AK Wien, die vielen zusätzlichen Arbeitslosen, die die vorzeitige Anhebung brächte, bestätigt. Es wäre eine große Belastung, in die derzeitige, angespannte Arbeitsmarktsituation zusätzliche Frauen zu integrieren.

„Ein für alle Mal deutliche Worte“ des Vizekanzlers und Aufklärung darüber, wie es die ÖVP mit dem Frauenpensionsantrittsalter hält, fordert Ministerin Heinisch-Hosek. Auf die SPÖ können sich die Frauen jedenfalls verlassen. Auch Sozialminister Hundstorfer vermisst eine Klarstellung und betont: „Offensichtlich will die ÖVP das vorzeitige Anheben des Frauenpensionsalters so rasch als möglich umsetzen. Fest steht: Mit uns kommt das nicht in Frage.“