Kinderbetreuung, Frauenbarometer, frauen

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplatz ab 2016

Die vierteljährliche Umfrage „Frauenbarometer“ zeigt deutlich, dass die ÖsterreicherInnen mehr Angebote zu Kinderbetreuung wollen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek pocht auf einen Rechtsanspruch ab 2016.

„Rund 80 Prozent haben sich für einen raschen Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Kindergarten- und Schulkinder ausgesprochen", sagte Heinisch-Hosek bei der Präsentation der Sonderauswertung des 6. Frauenbarometers. Bei der aktuellen Auswertung wurde das Thema "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" näher beleuchtet. In den vergangenen Jahren wurden jährlich 15 Millionen Euro für den Ausbau
der Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt. Damit konnten rund  50.000 neue Plätze und mehr als 11.000 neue Jobs geschaffen werden. „Jetzt werden wir mit vier Mal 100 Millionen Euro pro Jahr den Turbo zünden", führte die Frauenministerin aus. Damit könne ab dem Jahr 2016 eine flächendeckende Betreuung für die Unter-Dreijährigen geschaffen werden, bei gleichzeitig verbesserter Qualität. "Mein Ziel ist, dass wir ab 2016 auch einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz verwirklichen können", so die Frauenministerin. Laut Frauenbarometer befürworten mehr als zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher einen solchen Rechtsanspruch. Auch die Forderung nach einem Papamonat findet breite Zustimmung. Drei Viertel der Befragten befürworten den Papamonat auch in der Privatwirtschaft.

Klares Nein zum 12-Stunden-Arbeitstag

Die Forderung der ÖVP nach einem 12-Stunden-Arbeitstag lehnt Heinisch-Hosek klar ab: "Viele Frauen arbeiten jetzt schon in Teilzeit und können aufgrund des mangelnden Angebots an Kinderbetreuungsplätzen keinem 8-Stunden-Job nachgehen. Ein 12-Stunden-Tag bedeutet zusätzliche Belastung und mehr Überstunden, die nicht entsprechend bezahlt werden. Das ist zynisch." Die ÖVP stellt sich gegen alle arbeitnerhmerInnenfreundliche und frauenfreundliche Maßnahmen wie den Mindestlohn von 1.500 Euro oder den Papamonat und pocht nur auf Verschlechterungen: das frühzeitige Anheben des Frauenpensionsalters und einen 12-Stunden-Arbeitstag. „Dafür stehen wir nicht zur Verfügung. Die SPÖ möchte faire Löhne, eine gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit und einen flächendeckenden, qualitativen Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. Das ist im Sinne der ArbeitnehmerInnen und der Frauen“, machte die Frauenministerin klar.

Reaktionen:

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz: "In den vergangenen Jahren haben wir den Ausbau der Kinderbetreuung konsequent vorangetrieben. Jetzt geht es darum, das ganztägige Angebot und die Plätze für die unter Dreijährigen zu erweitern."

ÖGB-Frauenvorsitzende und Nationalrätin Sabine Oberhauser: "Ob Ausbau der Ganztagsbetreuung im Kindergarten sowie von Ganztagsschulen, der gesetzliche Papamonat und der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr, die hohe Zustimmung sowohl der Frauen als auch der Männer sehe ich als politischen Auftrag zur raschen Umsetzung.“

SPÖ-Frauensprecherin und Nationalrätin Gisela Wurm: "Rund 80 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen wollen einen raschen Ausbau der Ganztagsbetreuung von Kindergarten-und Schulkindern. Und 68 Prozent wollen einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem 1. Lebensjahr. Das zeigt, dass wir mit Ausbauprogramm und den Investitionen in die Betreuungsplätze richtig gehandelt haben – oft auch gegen großen Widerstand aus der ÖVP.“

Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der Arbeiterkammer Ingrid Moritz: "Die Anreize haben gewirkt, müssen aber in der kommenden Regierungsperiode verstärkt werden. Ziel muss sein, dass alle Eltern, die eine Kinderbetreuung benötigen, diese auch in erreichbarer Nähe, mit ganztägigen und ganzjährigen Öffnungszeiten und entsprechender Betreuungsqualität vorfinden."

Das Frauenbarometer gibt es im Detail hier einzusehen: