„Wir sind stolz auf die Stärken Österreichs!“

In einer gemeinsamen Pressekonferenz distanzierten sich Bundeskanzler Werner Faymann und Wolfgang Hesoun, Wiener IV-Präsident und Vorstandsvorsitzender von Siemens Österreich von Versuchen, den Standort Österreich schlechtzureden.

Bundeskanzler Faymann zieht eine exakte Analyse einem vorschnellen und resignierenden Urteil vor. "Notwendig für den Erfolg ist die richtige Analyse, die die Basis für weitere Verbesserungen ist. Wir haben harte Aufgaben vor uns, aber es gibt keinen Grund, das Land schlechtzureden. Im Gegenteil: Wir sind stolz auf die Stärken Österreichs“, resümierte der Bundeskanzler. "Die Entwicklung unseres Wirtschaftsstandortes ist eine Erfolgsgeschichte, weil die Werte der Wertschöpfung und der Wirtschaftskraft des Landes mit der Beschäftigung korrespondieren", betonte Faymann. Beides sei die Voraussetzung für den Erfolg eines Landes.

"Wir gewinnen gar nichts, wenn wir uns an Rankings orientieren, die niedrige Löhne und geringe demokratische Standards in den Vordergrund stellen." Man muss sich Rankings immer genau ansehen. Den Koalitionspartner mahnte der Bundeskanzler, sich nicht als Oppositionspartei zu gerieren: "Die ÖVP hätte allen Grund auf das Land stolz zu sein".

Hesoun sprach sich dafür aus, "die Zukunft des Standortes nachhaltig abzusichern" und zeigte sich über die negativen Äußerungen zum Standort der letzten Tage verärgert: "Ich erkenne keinen Sinn darin, wenn Leute, deren Aufgabe es ist, Maßnahmen zu verhandeln, so etwas in Selbstaufgabe sagen. Das ist keine Strategie."

Standortsicherung braucht faire Bildung

Einig sind sich der Kanzler und Hesoun darüber, dass Bildungspolitik ein Schlüssel dafür ist, das hohe Niveau und die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Österreich abzusichern. "Ich bin überzeugt, dass wir nach der Wahl in unserem Regierungsprogramm einen Paukenschlag in der Bildung setzen müssen und uns von keinem Blockierer aufhalten lassen dürfen", kündigte Faymann an.

In diesem Zusammenhang bekräftigte der Bundeskanzler die Notwendigkeit, neben dem erfolgreichen dualen Ausbildungssystem, auch ein Regelschulwesen aufzubauen, das flächendeckend ganztätige Schulen und viele Angebote für verschränkten Unterricht vorsieht. Auch die Kinderbetreuung müsse hochqualitativ und möglichst früh flächendeckend angeboten werden, "damit die Fähigkeiten der Kinder möglichst früh gefördert werden".

Deutliches Nein zum 12-Stunden-Arbeitstag

Forderungen nach einem 12-Stunden-Arbeitstag erteilte Werner Faymann einmal mehr eine klare Absage: "Eine gesetzliche Änderung der hart erkämpften Arbeitnehmer-Rechte kommt für mich nicht in Frage." Wolfgang Hesoun zeigte am Beispiel Siemens auf, dass es für Unternehmen auf Basis der aktuellen Gesetzeslage sehr wohl möglich ist, gut zu arbeiten ohne diese Änderungen der Arbeitszeit vorzunehmen.