Keine Mehrarbeit ohne Ausgleich

Das österreichische Arbeitszeitgesetz ermöglicht jetzt schon eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit mit bis zu 24-Stunden-Schichten. Geregelt wird das in zahlreichen Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen, die auch einen Ausgleich für die Mehrarbeit vorsehen.

„Mehr Arbeit ohne Ausgleich wird es mit uns nicht geben“, betonten Sozialminister Rudolf Hundstorfer und FSG-Vorsitzender Wolfgang Katzian in einem gemeinsamen Pressegespräch. In Österreich gibt es mit 41,8 Stunden im Schnitt jetzt schon die zweitlängste Arbeitszeit in der EU. Das derzeitige Arbeitszeitgesetz lässt Betrieben großen Spielraum für eine bedarfsgerechte Arbeitszeitgestaltung, etwa bei Produktionsspitzen: "Wir stehen zu dieser Flexibilität, aber bei entsprechendem Ausgleich", betonte Hundstorfer. Alle getroffenen Vereinbarungen sind Ergebnis sozialpartnerschaftlicher Verhaltungen.

Katzian: 12-Stunden-Tag ohne Ausgleich ist Lohnraub

Betriebe haben die Möglichkeit, auf Basis von Kollektivverträgen, Betriebsvereinbarungen oder auch Einzelvereinbarungen die Arbeitszeit flexibel zu gestalten. In Österreich gibt es insgesamt 859 Kollektivverträge. "Bei allen Modellen erhalten die Arbeitnehmer einen Ausgleich, sei es in Form von mehr Geld, Freizeit oder Zeit-Souveränität", erklärte Katzian. Und: Alle Regelungen wurden von der ÖVP mitgetragen. Das wirkliche Thema bei der von der ÖVP losgetretenen Diskussion um den 12-Stunden-Tag  ist für Katzian nicht, diesen generell zu ermöglich, sondern, "das, was jetzt schon möglich ist, billiger zu machen. Doch das wäre Lohnraub und das wird es mit der Gewerkschaft nicht geben."