Kinderbetreuung: SPÖ will Wahlfreiheit – ÖVP will frauen- und familienpolitische Steinzeit

In Sachen Kinderbetreuung ist der SPÖ-geführten Regierung schon einiges gelungen – trotzdem gibt es noch viel zu tun. Die SPÖ will einen flächendeckenden Ausbau und einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr.

Bundeskanzler Werner Faymann hat anlässlich des Festes der Kinderfreunde zum "Tag des Kindes" betont, dass es gilt, das Angebot an guten Kinderbetreuungsplätzen weiter auszubauen. "Soziale Sicherheit heißt auch, dass es einen Kinderbetreuungsplatz gibt, wenn man einen braucht", sagt Faymann. Von 2014 bis 2017 sollen daher 100 Millionen Euro pro Jahr in Kinderbetreuungsplätze investiert werden, sagt der Kanzler mit Blick auf den Ministerrats-Beschluss vom Juni 2013.

Bundeskanzler Werner Faymann: "Das Angebot muss stimmen"

Für Kanzler Faymann ist in Sachen Kinderbetreuung klar: "Das Angebot muss stimmen, damit die Eltern wirklich nach ihren Bedürfnissen wählen und entscheiden können – und nicht bloß nach den örtlichen Gegebenheiten."

Norbert Darabos: Für echte Wahlmöglichkeit und optimale Förderung

Die SPÖ will eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Daher soll, so SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, der bisher eingeschlagene Weg fortgesetzt und der flächendeckende Ausbau mit Kinderbetreuungseinrichtungen umgesetzt werden. „Wir wollen sowohl den Eltern eine echte Wahlmöglichkeit als auch den Kindern optimale Förderung bieten: durch einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr“, betont  Darabos.

ÖVP will Frauen zurück an den Herd drängen

Im Gegensatz dazu will die ÖVP ein Zurück in die frauen- und familienpolitische Steinzeit. Die Spindelegger-ÖVP will den Familien die Wahlfreiheit offenbar vorenthalten, sagt Darabos. "Dieser Umstand ist für eine Partei, die von Entfesselung spricht, verwunderlich. Dass sich die ÖVP gegen einen Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen ausspricht, zeigt deren eigentliche Intention: Frauen zurück an den Herd", sagt der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.