Equal Pay Day, Lohngerechtigkeit, frauen

Frauen arbeiten 85 Tage gratis

Am 8. Oktober ist „Equal Pay Day“: Ab diesem Tag arbeiten Frauen in Österreich quasi umsonst, gemessen am Gehalt der männlichen Kollegen. Die SPÖ fordert, die Einkommensschere endlich zu schließen.

Frauen verdienen noch immer deutlich weniger als ihre Kollegen: Männer haben bis zum Equal Pay Day 2013, der in diesem Jahr österreichweit auf den 8. Oktober fällt, bereits so viel verdient, wie Frauen erst zum Jahresende. Rund 25 Prozent weniger erhalten vollzeitbeschäftigte Frauen. Rechnet man die Teilzeit arbeitenden Frauen mit ein, beträgt der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern sogar knapp 40 Prozent.

Mautz: "Jede Frau soll von ihrem Einkommen leben können"

„Wir wollen die Lohnschere Schritt für Schritt schließen. Frauen haben es verdient, dass sie für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden“, sagt SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz. Mit den verpflichtenden Einkommensberichten hat Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ein wichtiges Instrument für mehr Lohngerechtigkeit geschaffen. „Der erste Schritt ist die Offenlegung, der zweite Schritt die Analyse der Ursachen und der dritte die Umsetzung von Maßnahmen für mehr Lohngerechtigkeit“, so Mautz. Als Nächstes sollen auch Betriebe unter 150 Mitarbeitern Gehälter offenlegen. Weiters fordert die SPÖ einen Mindestlohn von 1.500 Euro für alle Branchen. „So viel muss Arbeit in einem Vollzeitjob wert sein. Jede Frau soll von ihrem Einkommen leben können“, sagt Mautz.

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung

Außerdem muss Frauen der Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit erleichtert werden, fordert Mautz. Mittlerweile arbeitet fast jede zweite Frau Teilzeit. Laut Frauenbarometer liegt die Ursache hierfür vor allem bei den fehlenden ganztägigen Kinderbetreuungsplätzen. „Wir wollen daher einen Rechtsanspruch auf einen  Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr“, stellt Mautz klar.

Oberhauser: "Nachteile für Frauen nehmen im Laufe des Arbeitslebens zu"

Schon beim Berufseinstieg werden Frauen häufig geringer entlohnt als ihre männlichen Kollegen. „Im Lauf des Arbeitslebens nehmen die Nachteile zu“, erklärt ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin Sabine Oberhauser. Denn die Anrechnung von Vordienstzeiten, die Einstufung und Zulagensysteme erweisen sich für Frauen häufig als Einkommensfallen. Und Entgeltdiskriminierung schlägt sich nicht nur im geringeren Einkommen während der Erwerbsarbeit nieder, sondern auch in der Pension und erhöht das Risiko von Altersarmut. Neben umfassenden Maßnahmen am Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene braucht es gesellschaftliche Veränderungen, so Oberhauser, „vom Aufbrechen veralteter Rollenbilder bis zur Arbeitsbewertung“. Diskriminierungen müssen betrieblich aufgezeigt, öffentlich thematisiert und sanktioniert werden, fordert Oberhauser. Denn: „Jeder Euro, der Frauen weniger bezahlt wird, hat individuelle und gesamtwirtschaftliche Konsequenzen", so die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende.

Schieder: Mehr Lohn, weniger Steuern und bessere Voraussetzungen für Frauen

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder fordert neben mehr Lohn, dass die Rahmenbedingungen für Frauen insgesamt verbessert werden müssen. Dazu zählen für Schieder unter anderem mehr Kinderbetreuungsplätze und Ganztagsschulen und ein leichterer Umstieg von Teilzeit auf Vollzeitarbeit. Außerdem sollen Frauen finanziell entlastet werden, etwa durch die geplante SPÖ-Steuerreform. Denn von dieser profitieren besonders Frauen, erläutert Schieder: „Der neue niedrigere Eingangssteuersatz greift besonders in der Einkommensgruppe von 11.000 bis 16.000 brutto. 60 Prozent dieser Gruppe sind Frauen. Sie zahlen im SPÖ-Modell also künftig lediglich den Eingangssteuersatz von 25 Prozent.“