Peter Schieder

Sozialdemokratie über das Ableben von Peter Schieder tief betroffen

Peter Schieder, langjähriger SPÖ-Nationalratsabgeordneter, Wiener Stadtrat, ehemaliger SPÖ-Zentralsekretär und Mitglied des Europarates, ist nach schwerer Krankheit verstorben. Bundespräsident, Bundeskanzler, Wiens Bürgermeister sowie die SPÖ-Bundesgeschäftsführer, der SPÖ-Klubobmann und der SPÖ-Wien-Landesparteisekretär zeigten sich bestürzt und würdigten Peter Schieders Wirken.

Als im höchsten Maße betroffen und schockiert zeigte sich Bundespräsident Heinz Fischer über die Nachricht vom Ableben Peter Schieders. „Ich kann Peter Schieder als einen Jugendfreund bezeichnen, den ich Ende der 50er Jahre kennen- und schätzen gelernt habe und dem ich mich in den seither vergangenen 55 Jahren stets persönlich und politisch verbunden gefühlt habe. 'Demokratie, Gerechtigkeit und internationale Zusammenarbeit' waren stets die politischen Leitmotive des Verstorbenen. Er war stets ein enger Freund, dem ich auch viele gute Ratschläge verdanke“, sagte der Bundespräsident.

Prammer: Bleibender Beitrag zur Stärkung des internationalen Ansehens Österreichs

Sie empfinde tiefe Betroffenheit, erklärte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer: Peter Schieder „war ein überzeugter Parlamentarier: leidenschaftlich in der Debatte, beherzt und konsequent in der Auseinandersetzung, jedoch stets bemüht um die Sache und um konstruktive Lösungen.“ Peter Schieder habe überdies einen bleibenden Beitrag zur Stärkung des internationalen Ansehens Österreichs geleistet. „Seine reiche Erfahrung und seine außenpolitische Expertise wurden nicht nur in seiner Fraktion anerkannt, sondern wurden über Parteigrenzen hinweg geschätzt“, betonte Prammer. So komme zur Trauer große Dankbarkeit für das vielfältige politische Wirken Peter Schieders.

BK Faymann: Sozialdemokratie wird Peter Schieder ein würdiges Andenken bewahren

SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Werner Faymann trauert um den verstorbenen SPÖ-Politiker Peter Schieder. „Ich habe Peter Schieder als begeisterten und beharrlichen Kämpfer für sozialdemokratische Anliegen – ganz besonders auf internationaler Ebene – kennengelernt. Mit ihm verlieren die österreichische und die europäische Sozialdemokratie eine herausragende Persönlichkeit. Mein tiefstes Mitgefühl gehört den Angehörigen des Verstorbenen“, sagte Werner Faymann in einer ersten Reaktion. Schieder habe internationaler Solidarität und internationalem Engagement stets einen besonders hohen Stellenwert eingeräumt. „Die Sozialdemokratie wird Peter Schieders Verdiensten und seinem Wirken ein würdiges Andenken bewahren.“

Häupl und Deutsch: Peter Schieder hinterlässt große Lücke

Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Landesvorsitzende Michael Häupl und Wiens SPÖ-Landesparteisekretär Christian Deutsch zeigten sich ebenfalls tief betroffen über Peter Schieders Ableben: „Mit Peter Schieder verliert die SPÖ einen unermüdlichen Kämpfer für den sozialdemokratischen Weg, der in zahlreichen Politik-Bereichen Pionierarbeit geleistet hat. Er ist ein Vorbild für Weggefährten und Nachfolger! Peter hinterlässt eine große Lücke. Wir Wiener Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Cap: SPÖ-Klub hat Peter Schieder unendlich viel zu verdanken

SPÖ-Klubobmann Josef Cap würdigte Peter Schieder als „große Persönlichkeit und einen der profiliertesten Parlamentarier der Sozialdemokratie“. Wie kaum ein anderer Österreicher hat Peter Schieder die europäische Politik und internationale Entwicklungen in zahlreichen internationalen politischen Funktionen, etwa auch als Präsident des Europarates, mitgestaltet. „Die sozialdemokratische Parlamentsfraktion hat Peter Schieder unendlich viel zu verdanken“, so Cap

Darabos und Rudas: Homo politicus im besten Sinn des Wortes

„Die ganze Sozialdemokratie trauert um Peter Schieder – er war einer der profiliertesten, anerkanntesten und engagiertesten sozialdemokratischen Politiker der letzten Jahrzehnte, der sein Leben innen- und außenpolitisch dem Dienst an der Republik und seiner Arbeit für Gerechtigkeit und internationalen Dialog gewidmet hat. Er war ein homo politicus im besten Sinn des Wortes, ein Sozialdemokrat mit Herz und Hirn, der auch immer über den Tellerrand geblickt und internationale Entwicklungen mitgestaltet hat. Wir sind erschüttert. Unser Mitgefühl gilt vor allem der Familie, der wir viel Kraft in dieser schweren Zeit wünschen“, so die SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos und Laura Rudas.

Peter Schieder – Ein Leben für die Politik

Peter Schieder wurde 1941 in Wien geboren. Er machte Matura und war schon von Jugend an politisch interessiert. So war er von 1964 bis 1972 Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreichs. 1970 wurde er als damals jüngster Abgeordneter in den Nationalrat entsandt. 1973 wechselte er in die Wiener Kommunalpolitik und war bis 1984 Stadtrat. 1984 kehrte er wieder in den Nationalrat zurück und übernahm außerdem bis 1988 die Funktion des Zentralsekretärs der SPÖ. Bei seinem Ausscheiden aus dem Nationalrat 2006 war er der dienstälteste Abgeordnete.

Profilierter Außenpolitiker

Als profilierter Außenpolitiker wurde Peter Schieder 1994 Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses des Nationalrates und Vorsitzender der österreichischen Delegation zur parlamentarischen Versammlung des Europarates, deren Präsident er von 2002 bis 2005 war, danach war er Ehrenpräsident. Auf internationaler Ebene  förderte er intensiv die Kontakte zu den neuen Demokratien in Osteuropa. Wien profitierte von dieser Tätigkeit als Brückenbauer nachhaltig.

Leidenschaftlicher Kommunalpolitiker

Aber auch in Penzing, hier war Peter Schieder von 1995 bis 2002 SPÖ-Bezirksvorsitzender, war er politisch sehr aktiv und erfolgreich. So setzte er sich Zeit seines Lebens für mehr Lebensqualität in seinem Heimatbezirk ein.