Pensionen; Senioren

Erste Erfolge beim faktischen Pensionsantrittsalter

Die Pensionskommission hat den Richtwert für die Pensionsanpassung 2014 mit 2,4 Prozent beschlossen. Auch zeigt der Bericht über das Monitoring des faktischen Pensionsantrittsalters erste Erfolge.

„In allen Statistiken des Pensionsalter-Monitorings ist eine Steigerung des Antrittsalters zu ersehen“, stellt Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ) nach der Sitzung der Pensionskommission fest. Das Monitoring beobachtete die Entwicklung des faktischen Pensionsantrittsalters im Zeitraum von 2005 bis 2012. Die Inlands-Pensionsantritte stiegen demnach demografiebereinigt im Durchschnitt gesamt um ein Jahr, bei den Männern um 1,4 Jahre und bei den Frauen um 0,7 Jahre. Jeder Monat höheres Pensionsantrittsalter bedeutet 120 Mio. Euro geringere Pensionsaufwendungen.

Allerdings sind die größeren Sprünge ab 2014 zu erwarten, wenn die beschlossenen Maßnahmen bei den Invaliditätspensionen, der Langzeitversichertenregelung, dem Auslaufen der 'Hacklerregelung' und die begleitenden Programme wie 'fit2work' richtig greifen. Die ab 1.1.2014 in Kraft tretende Reform der Invaliditätspension sowie das Pensionskonto sind weitere wichtige Schritte zur Anhebung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters. Laut AK sei damit zu rechnen, dass das durchschnittliche Pensionszugangsalter bis 2025 um eineinhalb Jahre steigen wird. Somit ist davon auszugehen, dass es bis 2030 beträchtlich stärker steigen wird als von der Pensionskommission gefordert.

Blecha bewertet diese Entwicklung des Antrittsalters als "beachtenswert", weil gerade im Beobachtungszeitraum "sich viele – vor allem Großfirmen – ihrer älteren Beschäftigten im großen Stile 'entledigt' haben". Für Blecha ein "skandalöser Umstand", dem er durch ein Bonus-Malus-System auch für Dienstgeber entgegentreten will: Wer Ältere aufnimmt, bekommt einen Bonus, wer frühzeitig pensioniert oder hinaus schmeißt zahlt einen Malus.

Richtwert für Pensionsanpassung 2,4 Prozent

Der Richtwert der Pensionskommission für die Pensionsanpassung wurde weiters mit 2,4 Prozent für 2014 beschlossen. Dieser ergibt sich aus den Inflationsraten von August 2012 bis Juli 2013. Durch das Stabilitätsgesetz 2012 ergibt sich demnach ein Anpassungsfaktor von 1,6 Prozent. Für die Bezieher der Ausgleichszulage, also Mindestpensionisten, wird bei der Pensionserhöhung die Teuerung dagegen vollständig abgegolten. Die Ausgleichszulage wird mit 2,4 Prozent angepasst und beträgt für das Jahr 2014 somit 857,73 Euro. Letztlich handelt es sich bei den 1,6 Prozent, die die Pensionskommission festgelegt hat, allerdings um eine Empfehlung, die von der Politik gesetzlich noch korrigiert werden könnte.