Nationalfeiertag: „Wir müssen die Werte der Demokratie und der Freiheit achten“

Bundeskanzler Werner Faymann erinnerte in seiner Rede am Nationalfeiertag an dunkle Kapitel aus der österreichischen Vergangenheit und betonte in Hinsicht auf die Zukunft des Landes die Wichtigkeit der Demokratie und der Freiheit, sowie der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

 „Es ist ein Tag, an dem Dankeschön zu sagen ist an die Rekrutinnen und Rekruten, dafür dass sie ihre Aufgabe im Interesse Österreichs erfüllen werden“, leitete Bundeskanzler Werner Faymann seine Rede ein und erinnert: „Der 26. Oktober ist aber auch ein Tag der Fragen bezüglich der politischen und kulturellen Identität und er wirft Fragen über das republikanische und demokratische Gemeinwesen auf. Wir können mit großer Zuversicht feststellen, dass unser Land ein blühendes Land ist, in welchem wir die große Finanzkrise 2008 über Erwartetem gemeistert haben. Österreich steht im internationalen Vergleich hervorragend da und das ist keinesfalls selbstverständlich. Das war auch nicht immer so in der österreichischen Geschichte.“

Erinnerung an die österreichische Vergangenheit und die daraus gezogenen Lehren für die Zukunft

„Deshalb ist der 26.Oktober auch ein Tag, der an die Opfer des Nationalsozialismus und des Novemberpogroms 1938 erinnern soll. Die Ideologie des Nationalsozialismus, wie auch seine Verbrechen, sind ohne die Erschütterungen des ersten Weltkriegs nur schwer zu verstehen, und deshalb werden wir in der Mitte nächsten Jahres an diesen ersten großen Massenvernichtungskrieg erinnern. Es ist geradezu erschütternd, mit welchem Pathos dieser Krieg auch von den Intellektuellen und geistigen Eliten damals, fast ausnahmslos, von allen Seiten begrüßt und gefeiert wurde“, sagte der Bundeskanzler.

„Der Nationalsozialismus hat seine Wurzeln im ersten Weltkrieg und den daraus entstandenen katastrophalen gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen. Die Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden Massenarbeitslosigkeit in den frühen 30-er Jahren, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaft so zerstörte, hat diese funktionierenden demokratischen und republikanischen Systeme einfach so zerfallen lassen“, betonte der Bundeskanzler und versicherte: „Wir haben unsere Lehren gezogen. Es waren die Eltern und Großeltern, die die Festigung des Wohlstandes seit 1945 sichern konnten. Die heutige Zeit ist eine, die viele Herausforderungen darstellt, in der wir Arbeitslosigkeit bekämpfen und die Werte der Demokratie und der Freiheit achten müssen. Wir sollten diese Traditionen zu einem Leitbild jeglichen politischen Handelns machen.“

Bei der Angelobung der 1.183 neuen Rekruten betonte Verteidigungsminister Gerald Klug die Dienste des österreichischen Bundesheeres gegenüber dem Volk und sieht in der Reform des Grundwehrdienstes einen "klaren Auftrag"

Das Österreichische Bundesheer hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bewiesen, dass es sämtliche Aufgabenstellungen – sei es bei der Grenzraumüberwachung, im Katastrophenschutz oder im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz – "mit großem Engagement erfolgreich bewältigt hat", sagte Klug und erinnerte etwa an die Katastropheneinsätze im Zuge von Hochwasser und Waldbränden im heurigen Sommer. Nicht nur in Österreich, auch im Ausland werden die Leistungen des Bundesheeres anerkannt: "Unsere Soldatinnen und Soldaten genießen einen guten Ruf und werden als Profis geschätzt", betonte der Verteidigungsminister. Derzeit sind etwa 800 österreichische Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. In Anbetracht der Größe Österreichs sei das ein "Spitzenwert" und ein "deutliches Zeichen internationaler Solidarität", so Klug. "Frieden am Balkan, im Nahen Osten und Nordafrika sind Voraussetzung für die Sicherheit in Europa und somit auch in Österreich" unterstrich der Verteidigungsminister.

Auch die weitere Verbesserung und Reform des Grundwehrdienstes sieht Klug als "klaren Auftrag". Es habe bereits viele Verbesserungen für die Truppe gegeben, etwa im Bereich der Sportausbildung. Insgesamt seien rund 180 Maßnahmen erarbeitet worden, "um einen sinnvollen, abwechslungsreichen und lohnenden Wehrdienst zu ermöglichen", unterstrich der Minister. Der Grundwehrdienst solle für Bundesheer und Grundwehrdiener eine "Win-win-Situation" darstellen. Neben der Stärkung der Truppe gehe es darum, dass es für jeden Einzelnen erstrebenswert sein müsse, Dienst im Bundesheer zu leisten, so Klug.