Ministerrat, Bildungsreform, Neues Lehrerdienstrecht

Neues Lehrerdienstrecht kommt

Der Ministerrat hat das neue Lehrerdienstrecht beschlossen. Nach 35 Verhandlungsrunden mit der Lehrergewerkschaft, die zu keiner Einigung geführt hatten, ist der „Moment des Entscheidens“ gekommen, sagte Bundeskanzler Werner Faymann nach dem Ministerrat.

„Wir haben in 35 Verhandlungsrunden mit den Interessensvertretern versucht, ein gemeinsames Ergebnis zustande zu bringen. Da das nicht möglich war und um dieses Thema nicht für immer aufzuschieben, war es notwendig, im Interesse unserer Schulen und unserer Ausbildung eine Entscheidung zu treffen“, betonte der Kanzler. Die Regierung hat alles unternommen, um auf den Verhandlungspartner einzugehen, unterstrich Faymann. „Wir haben diese Diskussion mit großer Sorgfalt und viele Jahre geführt, die ja nur ein Teil der Schulreform ist.“

Wichtiges Etappenziel erreicht

Für Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist die Beschlussfassung ein „wichtiges Etappenziel“ im Bildungsbereich. „Das neue Lehrerdienstrecht ist fair: Wir bieten den neu eintretenden Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen ein attraktives Gesamtpaket mit höheren Einstiegsgehältern", betonte Heinisch-Hosek. Auch der Vertrauensschutz wird gewahrt. Denn für die nächsten fünf Jahre gilt eine Übergangsregelung: JunglehrerInnen können sich aussuchen, ob sie im alten oder im neuen Dienstrecht angestellt werden wollen. Studienanfänger wissen genau, was sie erwarten können, wenn sie ein Lehramtsstudium aufnehmen.

Mehrwert für Schüler und Eltern

Das neue Lehrerdienstrecht bringt auch einen deutlichen Mehrwert für Eltern und Kinder, betont Heinisch-Hosek: „Mehr Zeit in der Klasse und Beratungsstunden abseits des Unterrichts bringen ein besseres Betreuungsverhältnis und bessere Bildungschancen für alle.“

Die wichtigsten Eckpunkte:
•    Nur neu eintretende LehrerInnen sind betroffen, egal an welchen Schulen sie unterrichten.
•    Es gilt eine 5-jährige Optionsfrist: Die neu eintretenden LehrerInnen entscheiden, ob sie nach altem oder neuem Dienst- und Besoldungsrecht ihre Laufbahn gestalten.
•    Attraktive Gehälter: Einstiegsgehalt mindestens € 2.420,– monatlich. 4. Attraktive Zulagen für arbeitsintensive Fächer in der Sekundarstufe I und II.
•    Unterrichtsverpflichtung: 24 Wochenstunden minus 2 Wochenstunden für Eltern-SchülerInnen- und SchülerInnen-Beratungsstunden und/oder Klassenvorstand, MentorInnen, d. h. Unterrichtsverpflichtung 22 Wochenstunden

Web-Tipp
Eine Broschüre mit ausführlichen Informationen zum Neuen Lehrerdienstrecht ist auf der Homepage des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur abrufbar