Neue Mittelschule, Ganztagsschule, Bildung

Schule der Zukunft: Ganztagsschulen ohne Hausübungen und Nachhilfe

Die neue Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat ihre Vorstellungen im Schulbereich skizziert. Sie möchte, dass „Kinder gerne in die Schule gehen und den Tag dort verbringen können, sodass der Druck der Nachhilfe und Hausübungen wegfällt“.

 In Interviews mit mehreren Tageszeitungen hat Ministerin Heinisch-Hosek ihre wichtigsten Vorhaben und Ideen in Sachen Schule und Bildung vorgestellt. Der Themenbogen spannt sich dabei von der Stärkung der Volksschulen, über den Ausbau der Ganztagsschulen und die Neue Mittelschule bis zur „idealen Schule“, in der Noten- und Hausübungsdruck wegfallen.

Eine Dreiviertelmilliarde für den Ganztagsschulausbau

Im Gespräch mit der Tageszeitung „Österreich“ hat Ministerin Heinisch-Hosek betont, dass das Regierungsprogramm eine große Volksschulreform vorsieht: „Wir wollen den Übergang vom letzten Kindergartenjahr in die ersten beiden Volksschuljahre neu gestalten. Mehr Sprachförderung, mehr Begabungsförderung und mehr Unterstützung bei Schwächen“. Neu dazu kommen „verbindliche Übungen zur Berufswahl der 10- bis 14-Jährigen“, sagte die Bildungsministerin im Interview mit dem „Kurier“.
Ein weiterer Meilenstein ist der im Regierungsprogramm verankerte Ausbau der Ganztagsschulen – insgesamt „werden dafür eine Dreiviertel Milliarde Euro bereitgestellt“, betonte Heinisch-Hosek. Künftig muss die Schule – sobald 15 Eltern das wollen – ganztägigen, verschränkten Unterricht anbieten – mit einem Wechsel von Unterricht, Lernen, Bewegungs- und Erholungsphasen. Wünschenswert wäre für die Ministerin eine Schule, in der die Kinder morgens fröhlich und neugierig reingehen und gut gelaunt und ohne Schultasche rauskommen. „Ich will Ganztagsschulen ohne Hausübungen. Die Eltern sollen mit den Kindern den Rest des Tages in Ruhe, mit Freizeit in Fröhlichkeit verbringen – und nicht mit Hausübungschreiben und Nachhilfebezahlen. Alles, was zur Übung des Erlernten dient, soll in der Schule erfolgen“, unterstrich die Bildungsministerin.

Alternative Beurteilung

Teil einer idealen Schule wären aber auch Änderungen bei der Ziffernbenotung. So wurde im Regierungsprogramm festgelegt, dass Schulen künftig autonom entscheiden können, ob sie mit Noten bewerten oder eine alternative Beurteilung einführen. Dazu die Ministerin: „Ich finde, dass man Kinder nicht mit Nummern beziffern, sondern ihre Persönlichkeit bewerten soll. Ich hoffe, dass wir uns die Ziffernnoten bald ersparen und die Kinder besser verbal beurteilen.“ Zum Thema „Sitzenbleiben“ sagte die Ministerin: „Ich will ein Ende der Nachprüfungen und ein Ende der traditionellen Klassenwiederholung erreichen“. Kinder sollten allfällige Schwächen, die meist nur in einem Fach gegeben sind, nachholen und verbessern können, ohne ein ganzes Jahr in allen Gegenständen zu verlieren.

Neue Mittelschule: Viele Vorteile

Die Neue Mittelschule wertet Ministerin Heinisch-Hosek im Gespräch mit der „Kleinen Zeitung“ als „Beginn“ und wichtigen Schritt auf dem Weg zur gemeinsamen Schule. „Mein Ziel wird sein, möglichst viele AHS-Unterstufen als Neue Mittelstufe zu gewinnen. Weil dann auch die Kinder in den AHS, die zu NMS werden, zwei Lehrer in allen Hauptfächern und mehr Förderunterricht haben“. Die Bildungsministerin erinnerte daran, dass sich auch die ÖVP-Landeshauptleute von Vorarlberg, Tirol und Salzburg für die gemeinsame Schule aussprechen. „Wenn Landeshauptleute wie Wallner oder Platter auf mich zukommen, weil sie ihre Bundesländer zu Gesamtschul-Modellregionen machen wollen, dann begrüße ich das sehr", sagte die Ministerin im Gespräch mit dem „Kurier“.