Staribacher, Todesfall,

SPÖ trauert um Josef Staribacher

Die Sozialdemokratie trauert um den langjährigen SPÖ-Politiker Josef Staribacher. Kanzler Faymann betont, dass Staribacher „zusammen mit Bruno Kreisky eine Ära geprägt hat“. Er hat „die Modernisierung Österreichs maßgeblich mitgestaltet“, würdigt die SPÖ-Bundesgeschäftsführung das Wirken des Politikers.

Bundeskanzler Werner Faymann hebt besonders den Einsatz Josef Staribachers für mehr soziale Gerechtigkeit hervor. Besonders am Herzen ist ihm bei seinen Tätigkeiten immer gelegen, „Gegensätzen ausgleichend zu begegnen und Lösungen in einem gemeinsamen Dialog zu suchen“. Staribacher hat besonders die Klein- und Mittelbetriebe gefördert und war darauf bedacht, die Kooperation zwischen ihnen und dem Staat „auf ein neues, starkes Fundament zu stellen“ – ein bedeutender Beitrag zur wirtschaftlich gesunden Basis unseres Landes, sagt Faymann.

Prägend war für Staribacher die Zeit der NS-Diktatur, während der er auch im KZ Buchenwald festgehalten wurde. „Vor dem Hintergrund dieser persönlichen Erlebnisse erfährt sein politisches Lebenswerk eine besondere Würdigung. Josef Staribacher hat uns durch seine Bescheidenheit, Geradlinigkeit und Unbeugsamkeit ein zu ehrendes Andenken hinterlassen“, sagt Kanzler Faymann, der Staribachers Angehörigen sein tief empfundenes Beileid ausspricht.

Trotz aller Widrigkeiten politischer Überzeugung treu geblieben

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos würdigen insbesondere, dass Josef Staribacher, der infolge seiner Gesinnung Verfolgung und Haft erleiden musste, „trotz aller Widrigkeiten seiner politischen Überzeugung und seinem Glauben an Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit immer treu geblieben“ ist. Als Mitglied der Bundesregierungen unter Kanzler Bruno Kreisky hat Staribacher die Modernisierung Österreichs maßgeblich mitgestaltet und vorangetrieben. Die Sozialdemokratie wird Staribacher, der „für viele ein Vorbild war und ist“, ein würdiges Andenken bewahren.

Langjähriger Nationalrat und Handelsminister

Josef Staribacher wurde 1921 in Wien geboren. Der gelernte Drucker absolvierte auf dem zweiten Bildungsweg die Matura und studierte schließlich an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Während des Austrofaschismus wurde er wegen seiner politischen Tätigkeit in einer Gruppe junger Menschen in den ArbeiterInnenbezirken Rudolfsheim und Fünfhaus inhaftiert. 1939 wurde Staribacher von der Gestapo verhaftet und in das KZ Buchenwald deportiert. Im Jahr 1940 kam er als „Wehrunwürdiger“ wieder frei.

Staribacher war einer der Ersten, die die SPÖ und die Sozialistische Jugend 1945 wiederaufgebaut haben. Von 1961 bis 1983 gehörte Staribacher dem Nationalrat an. Bruno Kreisky holte ihn 1970 als Minister für Handel, Gewerbe und Industrie in seine erste Bundesregierung. In dieser Funktion blieb er bis zum Ende dessen Regierungszeit im Jahr 1983. Als langjähriger Handelsminister hat Staribacher wegweisende Maßnahmen gesetzt, etwa die Konsumentenpolitik modernisiert und neu strukturiert und die Gewerbeordnung grundlegend reformiert.

Josef Staribacher war von 1960 bis 1989 Vorsitzender der Gewerkschaft der Lebensmittel- und Genussmittelarbeiter. 1968 wurde er Kammeramtsdirektor der Arbeiterkammer Wien. Zudem bekleidete er über lange Jahre verschiedene Spitzenpositionen innerhalb des ÖGB. In der SPÖ Wien war er Vorsitzender der Bezirksorganisation Landstraße.