EU treibt Zähmung der Finanzmärkte voran

Die Europäische Union hat weitere Schritte zur Regulierung der Finanzmärkte beschlossen. Rohstoffhandel wird strenger geregelt, Spekulationen auf Nahrungsmittel werden eingedämmt und Anleger in Zukunft besser geschützt.

Die Finanzmärkte in der Europäischen Union unterliegen künftig strengeren Regeln. Die neue EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive)soll mehr Stabilität und Transparenz bringen sowie Spekulationsexzesse verhindern.

Grenzen für Spekulanten beim Rohstoffhandel

Konkret einigten sich die Unterhändler von EU-Parlament, Mitgliedsländern und EU-Kommission unter anderem auf striktere Auflagen für den Hochfrequenzhandel und die Rohstoffmärkte.Die MiFID-Regeln tragen dem technologischen Fortschritt Rechnung, da immer mehr Geschäfte in Sekundenbruchteilen getätigt werden. Automatische Handelsunterbrechungen, wenn die Preisschwankungen am Markt zu stark sind, werden eingeführt. Beim Handel mit Rohstoffen gelten künftig Positionslimits, die vor allem starke Schwankungen bei Lebensmittel- und Energiepreisen verhindern sollen.

Mit der überarbeiteten Richtlinie soll zudem die Anlage-Beratung transparenter werden. Anlageberater müssen künftig auch Informationen über die Risikobereitschaft ihrer Kunden einholen und sie bei der Beratung berücksichtigen.

Der nun gefundene Kompromiss muss noch vom Straßburger Plenum und den Mitgliedstaaten im EU-Rat abgesegnet werden.Die EU zieht mit der Richtlinie Konsequenzen aus der Finanzkrise 2008.