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Internationaler Frauentag: Rechte der Frauen in Österreich und Europa stärken

Um die Rechte der Frauen in Österreich und Europa weiter voranzutreiben, braucht es eine starke europäische Sozialdemokratie, sagen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Bundeskanzler Faymann. Stimmen aus der SPÖ zum Weltfrauentag.

„In den letzten Jahren ist in Österreich viel in Sachen Gleichstellung vorangegangen“, betont die Frauenministerin und SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. "Mit Maßnahmen wie der verpflichtenden Einkommenstransparenz konnten wir dazu beitragen, Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen entgegenzuwirken." Damit Frauen auch im Familienleben gleichgestellt würden, "muss die unbezahlte Arbeit zwischen Frauen und Männern gerecht aufgeteilt werden. Es braucht mehr Männer, die sich verstärkt an der Familienarbeit beteiligen", fordert Heinisch-Hosek, die sich daher für die Einführung eines Papa-Monats auch in der Privatwirtschaft einsetzt. Zur bevorstehenden EU-Wahl betonte die SPÖ-Frauenvorsitzende: "Es geht um sehr viel. Es geht um ein Europa für 259 Millionen Frauen, um mehr Chancen und Gerechtigkeit." Eine starke Sozialdemokratie in Europa ist für die Stärkung der Frauenrechte zentral. "In vielen Bereichen bekommen wir von der EU Rückenwind." Etwa beim Thema Frauenquote. Die Ministerin begrüßt die Idee einer Frauenquote für Frauen in Führungspositionen. "Ich bin Fan einer echten Quote. Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen sehen", unterstreicht Heinisch-Hosek.

Faymann:  Sozialdemokratie ist und bleibt Vorreiterin bei Frauenrechten

„100 Jahre nach der Gründung des Internationalen Frauentags hat dieser nichts von seiner Bedeutung verloren. Es gibt noch viel zu tun bis wir in Österreich und in Europa die völlige Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht haben", sagt Bundeskanzler Werner Faymann. Bei den Themen Einkommensschere oder Kinderbetreuung ortet der Kanzler noch Handlungsbedarf, auch wenn unter Frauenministerin Heinsch-Hosek viel weitergegangen ist. "Es geht darum, die Rechte der Frauen in Österreich und Europa weiter zu stärken. Das geht am besten mit einer starken europäischen Sozialdemokratie", stellt Faymann mit Blick auf die kommenden EU-Wahlen klar. Bei Fragen zur Gleichstellung können die europäischen Länder noch viel voneinander lernen, sagt Faymann. "Einiges funktioniert in manchen Ländern bereits besser als in anderen." Ziel muss es sein, allen Frauen in der EU gleiche Rechte und Chancen zu ermöglichen. "Hier ist und bleibt die Sozialdemokratie Vorreiterin", unterstreicht Faymann.

Brunner:Wollen Quoten für die Privatwirtschaft rasch umsetzen“

Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner erklärte: "Die SPÖ-Frauen sind zum Internationalen Frauentag in ganz Österreich bei Straßenaktionen unterwegs. Wir werden informieren, diskutieren und zeigen, was die Europäische Union für Frauen bietet." Themenschwerpunkte hierbei sind Beschäftigung, Frauen in Führungspositionen, Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und Gewaltschutz. Zum Thema Frauenquote sagt Brunner:"Wir wollen Quoten für die Privatwirtschaft rasch umsetzen. Mehr Frauen in Führungspositionen sind für Österreichs Wirtschaft sehr wichtig". Im Regierungsprogramm wurde die Regelung für die staatsnahen Unternehmen als Vorbild für die Privatwirtschaft festgehalten. "Bei den staatsnahen Unternehmen sind bereits 33 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder weiblich. Im Bundesdienst beträgt die Quote derzeit 32 Prozent. Die Privatwirtschaft hat hier eindeutig Aufholbedarf", sagt Brunner.

Schieder:  36 Prozent weibliche SPÖ-Abgeordnete im Nationalrat

"Seit die erste sozialdemokratische Abgeordnete Adelheid Popp vor 95 Jahren ins österreichische Parlament eingezogen ist, hat sich einiges getan. Schon seit ihren Anfängen war und ist die Sozialdemokratische Partei jene politische Kraft, die sich am stärksten und glaubwürdigsten für Frauenrechte eingesetzt hat und noch immer einsetzt“, betont SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder. Mit 36 Prozent weiblichen Abgeordneten im Nationalrat liegt die SPÖ-Parlamentsfraktion heute über dem österreichischen Durchschnitt und dem EU-Schnitt der nationalen Parlamente. „Das ist erfreulich, wenngleich 50 Prozent das Ziel sein müssen. Daran müssen und werden wir arbeiten", betont der SPÖ-Klubobmann.

Königsberger-Ludwig: Mehr Selbstbestimmung für Frauen mit Behinderung

"Frauen mit Behinderung sind in ihrer Selbstbestimmung weltweit noch immer stark eingeschränkt“, betont die SPÖ-Sprecherin für Menschen mit Behinderung Ulrike Königsberger-Ludwig. „Aus den wenigen Zahlen, die wir zu behinderten Frauen in Österreich haben, wird eines ganz klar sichtbar: Behinderte Frauen werden doppelt diskriminiert.“ Nicht nur bleibt die berufliche Teilhabe von Frauen mit einer Behinderung hinter der von Frauen ohne Behinderung weit zurück, die Erwerbsquote von Frauen mit Behinderung ist auch um einiges niedriger als die von Männern mit Behinderung. Behinderte Frauen haben nach wie vor einen schlechteren Zugang zu grundlegenden Diensten, wie Bildung, Gesundheit, Arbeit und Sozialleistungen. Zudem besteht für Frauen mit Behinderung ein erhöhtes Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. "Dagegen müssen wir politisch ankämpfen“, betont Königsberger-Ludwig.

Hakel: Gläserne Decke in der Kunst durchbrechen

SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel macht darauf aufmerksam, dass Kunst und Kultur noch immer männerdominiert sind.  Für Hakel ist aber klar: „Die gläserne Decke in der Kunst ist kein Naturgesetz, sie kann und sie muss durchbrochen werden.“ Trotz einiger Fortschritte in Sachen Geschlechtergerechtigkeit (u.a. Gender Budeting, Statistik zur Genderverteilung im Kulturbericht) sind, so Hakel, vor allem die Kunst- und Kultureinrichtungen nach wie vor fest in Männerhand. „Umso wichtiger ist es daher, dass die Regierung Faymann in ihrem Regierungsprogramm einen deutlichen Schwerpunkt auf die Frauenförderung im Kunst- und Kulturbereich gelegt hat“, unterstreicht Hakel.

Kadenbach: Mehr Sozialdemokratie heißt mehr Frauenförderung

SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach betont, dass „mehr Sozialdemokratie in Europa nicht nur engagierte Bemühungen, die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen zu verringern, bedeutet, sondern auch spezifische Frauenförderungsprogramme von Qualifizierungsmaßnahmen bis hin zu Initiativen zur Netzwerkbildung, Quotenregelung und frauenspezifischen Beschäftigungsprogrammen“. Für Kadenbach ist klar: „Mehr Sozialdemokratie in Europa bedeutet auch mehr Kinderbetreuung, mehr Unterstützung für Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil sowie auch mehr Schutz vor Gewalt gegen Frauen.“

Regner: Rat muss endlich Blockade bei „Frauenquote“ aufgeben

SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner erinnert im Zusammenhang mit dem Frauentag an die vom EU-Parlament verhandelte und abgestimmte Vorlage für eine ausgewogene Bestellung von Frauen und Männern in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen. Regner, die als Chefverhandlerin für einen guten Vorschlag gesorgt hat, fordert die zuständigen EU-MinisterInnen auf, „das Thema anzupacken und nicht mehr länger auf die lange Bank zu schieben“. Schließlich kommt eine transparente Besetzung aufgrund objektiver Kriterien auch den Unternehmen selbst zugute.

SoHo: Gleichstellung endlich völlig umsetzen

Der Bundes- und Wiener Landesvorsitzende der Sozialdemokratischen Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen-, Transgender- und Intersexuellen-Organisation SoHo, Peter Traschkowitsch, betont anlässlich des Frauentages, dass „auch nicht vergessen werden darf, dass wir die völlige Gleichstellung für LSBTI-Personen noch nicht erreicht haben. Es kann nicht sein, dass gesellschaftlicher Fortschritt nur von den Höchstgerichten oder den europäischen Institutionen erstritten werden muss“. Klar ist für Traschkowitsch und seine stv. Vorsitzende Michaela Menclik, dass es „für gesellschaftlichen Fortschritt eine starke Sozialdemokratie braucht“.