Equal Pay Day: Einkommensschere geht zurück

Frauen müssen statistisch gesehen bis zum 19. März 2014 arbeiten, damit sie so viel verdient haben, wie die Männer mit Ende 2013. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine leichte Verbesserung. Dennoch sind noch Anstrengungen nötig, um die Einkommensschere ganz zu schließen.

2013 mussten Frauen 66 Tage länger arbeiten, um das gleiche zu verdienen wie Männer, 2014 sind es 55 Tage. „Obwohl Frauen so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, verdienen sie 21,26 Prozent weniger als Männer, das muss sich ändern", betont  Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek anlässlich des Equal Pay Day. Mit den Einkommensberichten, den Gehaltsangaben in Stelleninseraten und dem Gehaltsrechner sind wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht worden. "Jetzt braucht es weitere Kraftanstrengungen", so Heinisch-Hosek. "Deswegen werden wir auch gemeinsam mit den Sozialpartnern prüfen, wie unsere guten Instrumente zu mehr Einkommensgerechtigkeit wirken und wo man nachschärfen muss."

Heinisch-Hosek für Quotenregelung in Privatwirtschaft

Die Frauenministerin setzt sich für eine Quotenregelung in der Privatwirtschaft ein, „damit wir nicht mehr zu den Schlusslichtern Europas gehören was Frauen in Chefetagen betrifft“. Die Selbstverpflichtung bei staatsnahen Betrieben zeigt, dass Quotenregelungen wirken. "Solche Maßnahmen will ich auch für die Privatwirtschaft erreichen", so die Frauenministerin.

Brunner: Mindestlohn von 1500 Euro gefordert

Die SPÖ-Frauen sprechen sich für einen sozialpartnerschaftlich vereinbarten Mindestlohn von 1.500 Euro für alle Branchen aus. "So viel muss Arbeit in einem Ganztagesjob wert sein", sagt SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner. Mit den verpflichtenden Einkommensberichten, den Gehaltsangaben in Stelleninseraten und dem Gehaltsrechner hat Frauenministerin Gabi Heinisch-Hosek die Tür zu mehr Lohngerechtigkeit geöffnet. „Die Einkommensberichte sind keine Good-will-Aktion der Unternehmen, sondern gesetzliche Verpflichtung." Seit 2014 müssen alle Unternehmen mit mehr als 150 MitarbeiterInnen Einkommensberichte legen. Das betrifft rund 2.800 Betriebe und 41 Prozent der österreichischen ArbeitnehmerInnen. "Wenn die Einkommensunterschiede schwarz auf weiß auf dem Papier liegen, müssen Betriebsrat und Geschäftsführung aktiv werden", so Brunner. Die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin spricht sich auch für eine Berichtspflicht für kleinere Betriebe aus.

Wurm: Papa-Monat auch in privaten Unternehmen

„Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um für mehr Lohngerechtigkeit zu sorgen“, macht SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm deutlich. Die Bundesregierung setzt hier mit dem Ausbau von  Ganztagsbetreuungsangeboten den richtigen Schritt. Mit der Einführung des einkommensabhängigen Elterngeldes ist es gelungen, die Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung zu erhöhen. „Die Einführung eines Papa-Monats in der Privatwirtschaft wäre hier der nächste Schritt“, betonte die SPÖ-Frauensprecherin. „Kinderbetreuung ist keine Frauenangelegenheit, sondern Elternsache", stellt Wurm klar. Auch die geplante Informationspflicht für Teilzeitkräfte, nach der freie Arbeitsplätze mit einer höheren Stundenzahl zuerst den bereits im Betrieb arbeitenden Teilzeitkräften angeboten werden muss, wird Frauen zugutekommen, ist Wurm überzeugt. „Damit lässt sich der hohe Anteil an Frauen, die unfreiwillig Teilzeit arbeiten, reduzieren“, so Wurm.
 

WEBTIPP:

Gehaltsrechner des Frauenministeriums – http://www.gehaltsrechner.gv.at/