6.000 Facebook-UserInnen fordern: „Herr Mölzer, treten Sie zurück!“

Eine unabhängige Plattform mobilisiert breiten Widerstand im Netz gegen die jüngsten rassistischen Äußerungen von FPÖ-EU-Spitzenkandidat Andreas Mölzer. Die Initiatoren setzen damit ein klares Zeichen gegen Rassismus. Auch Prominente wie Harald Krassnitzer fordern den Rücktritt Mölzers.

Die Facebook-Initiative „Wir fordern den Rücktritt von Andreas Mölzer“ –die anlässlich der rassistischen Entgleisung und der NS-Vergleiche Mölzers gegründet wurde – legte einen fulminanten Start hin. Binnen 24 Stunden haben sich über 3.000 UnterstützerInnen der Forderung angeschlossen und der rapide Anstieg hält weiter an. Nach nur wenigen Tagen kann die Gruppe mehr als 6.000 Mitglieder aufweisen. Besonders bei jungen Facebook Nutzern zwischen 18 und 34 Jahren findet die Initiative großen Anklang.

Die Seite verlinkt  auf die Bürgerpetition von avaaz.org, welche der FPÖ übergeben wird. Mehrmals täglich stellt die Initiative neue skandalöse Zitate aus dem Mölzer-Blatt „Zur Zeit“ online, so unter anderem: “Warum machte sich das jüdische Volk so unbeliebt, dass es immer wieder zu Ausschreitungen und Pogromen kam?“. Dem nicht genug schrieb auch Mölzer selbst 2012 einen rassistischen Artikel über den Fußballstar David Alaba und seiner Familie.

Darabos: "Mölzer ist Schande für Österreich“

"Wer so einen Artikel herausgibt, disqualifiziert sich für politische Ämter", findet SOS Mitmensch. „Wir auch!“, kommentiert die Facebook-Gruppe. Dieser Meinung ist auch Bundeskanzler Werner Faymann, und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos machte deutlich: "Andreas Mölzer ist eine Schande für Österreich“. „Tatort-Kommissar“ Harald Krassnitzer hat die Rücktrittsaufforderung Mölzers ebenfalls unterschrieben. Krassnitzer begründet diesen Schritt damit, dass er Mölzers Aussagen für unerträglich hält, denn: „knapp 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs darf so ein Mann Österreich in der EU nicht repräsentieren“.

Sogar den Rechten „zu rechts“
Auf der Facebook-Gruppe wird der politische Protest quer durch alle Parteien, auch von FPÖ-Politikern, deutlich. Und sogar unter europäischen Rechten steigt der Widerstand gegen Mölzer, der die EU mit dem Dritten Reich verglich und als „Negerkonglomerat“ bezeichnet. So drohten die Schwedendemokraten, die eine Allianz im EU Parlament mit der FPÖ bilden wollen, bereits mit dem Austritt aus dem Bündnis. Die Facebook-Initiative stellt in Anlehnung an zu Mölzers Statement „Neger ist ein normales deutsches Wort“ fest: „Rücktritt ist ein normales deutsches Wort“

Web-Tipp: Hier könnt ihr der Facebook-Gruppe beitreten und die Avaaz-Kampagne unterstützen.