SPÖ will gleiche Rechte für Homosexuelle

Die SPÖ – allen voran Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Klubobmann Andreas Schieder – drängt in Sachen Gleichstellung Homosexueller auf ein Ende der Diskriminierung im Hinblick auf Adoption, künstliche Befruchtung und Eherecht.

Der Sieg von Conchita Wurst beim Songcontest gibt den Forderungen der Sozialdemokratie in Sachen Gleichstellung neuen Rückenwind. Klubobmann Schieder will die Gespräche mit dem Koalitionspartner bis zum Sommer soweit bringen, "dass wir in die Legistik gehen können.“ Das Adoptionsrecht für Homosexuelle ist für ihn "überfällig". Auch die künstliche Befruchtung für homosexuelle Frauen, die derzeit "nur illegal oder im Ausland" möglich ist, muss erlaubt und die Verpartnerung der Ehe gleichgestellt werden, fordert Schieder.

Heinisch-Hosek: Echte Gleichstellung nur durch Sozialdemokratie möglich

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt sich für eine EU-weite Richtlinie ein, die Antidiskriminierungsbestimmungen außerhalb der Arbeitswelt beinhaltet und die bisher an den Konservativen gescheitert ist. „Für die ÖVP war das bisher kein Thema. Aber langsam kommt auch bei ihnen Bewegung rein“, stellt Heinisch-Hosek im Hinblick auf eine Öffnung von Standesämtern für homosexuelle Paare fest. „Es braucht aber nächste Schritte, etwa in Bezug auf ein  Adoptionsrecht“, fordert Heinsich-Hosek. Es „spricht Bände“, so die Frauenministerin, dass ÖVP-Spitzenkandidat Otmar Karas zu diesem Thema keine klare Position beziehen kann. „Echte Gleichstellung kann nur durch die Sozialdemokratie gewährleistet werden“, betonte Heinisch-Hosek.

Brunner: Gleichstellung Homosexueller „höchste Zeit“

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner unterstützt die Forderungen: "Es ist höchste Zeit für eine echte Gleichstellung von Homosexuellen in Österreich." Sie bedauert, dass „Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hier bremsen will. Ich würde mir wünschen, dass die ÖVP ihre zögerliche Haltung und ihr Hin und Her aufgibt. Gleichstellung gibt es nur ganz, nicht halb", betont Brunner.

Wurm: Österreicher aufgeschlossener als Gesetze

"Das Weltbild, das sich in unseren Gesetzen in Sachen Homosexuellen-Rechte spiegelt, hat nichts mehr mit dem Weltbild der ÖsterreicherInnen zu tun. Das hat die überwältigende Zustimmung im Land und in ganz Europa zum Songcontest-Sieg von Conchita Wurst gezeigt“, betont SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm. Etwa die Hälfte der ÖsterreicherInnen ist bereits dafür, dass Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen. Jetzt muss sich auch die Rechtslage ändern, fordert Wurm. „Alle Menschen haben den gleichen Anspruch auf Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Anderes ist mit nichts mehr zu rechtfertigen.“

SoHo: Gleichstellung darf nicht warten

Die Gleichstellung mit der Ehe, Adoptionsrecht, Recht auf künstliche Befruchtung – das sind für die SoHo "mehr als berechtigte Gleichstellungsforderungen von und für Lesben und Schwule, die von der SPÖ immer wieder eingebracht werden und wo man sich mit der ÖVP meistens entweder gar nicht einigen kann oder nur auf kleinstem gemeinsamen Nenner", so der Wiener Landes- und Bundesvorsitzenden der Schwulen und Lesben in der SPÖ, Peter Traschkowitsch. Er fordert die ÖVP auf, die „Taktik, alles auf die lange Bank zu schieben“ aufzugeben.