Martin Schulz im EU-Wahlkampffinale in Wien

Drei Tage vor der EU-Wahl warb der Spitzenkandidat von Europas Sozialdemokraten, Martin Schulz, gemeinsam mit Bundeskanzler Faymann und SPÖ-Spitzenkandidat Freund für den Kurswechsel in Europa. Alle drei forderten auch eine Neuausrichtung der TTIP-Verhandlungen.

Martin Schulz‘ Tag in Wien startete mit dem Besuch eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs. Der Bundeskanzler und die EU-Kandidaten Schulz und Freund stellten sich klar gegen den derzeitigen Verlauf der Verhandlungen um das EU-USA-Freihandelsabkommen TTIP: "Österreich ist europaweit Vorbild für Lebensmittelsicherheit. Wir wollen, dass in Europa die höchsten Standards gelten", bekräftigte Faymann.

Faymann, Schulz, Freund fordern Neuausrichtung der TTIP-Verhandlungen

 Die Verhandlungen der EU-Kommission in Sachen Freihandelsabkommen mit den USA müssen neu ausgerichtet werden, fordern Faymann, Schulz und Freund, denn derzeit bestehe die Gefahr, dass diese hohen Standards unterwandert werden. „So wie es jetzt ist, braucht man bei den Verhandlungen zu TTIP nicht weitermachen“, sagte Faymann.  „Wir werden sicher nicht zulassen, dass die hohen Umwelt- Lebensmittelsicherheits- und Sozial-Standards in Europa nach unten nivelliert werden“, bekräftigte Schulz. Sollte er Kommissionspräsident werden, will er einen Beirat einrichten, um Verbände, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Gruppen in die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit einzubeziehen, kündigte Schulz an.

 Großer Andrang am Stephansplatz

 Im Anschluss ging es weiter zum Stephansplatz in die Wiener Innenstadt, wo es Gelegenheit für Bürgerinnen und Bürger gab, mit Schulz und Freund ins Gespräch zu kommen. Der Andrang war groß, zahlreiche Autogramm- und Fotowünsche mussten erfüllt werden, viele Bürger wollten mit den Kandidaten sprechen. Martin Schulz appellierte auch hier, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Werfen Sie ihre Stimme nicht weg, indem Sie nicht wählen gehen oder indem Sie jene wählen, die für alles Sündenböcke, aber für nichts eine Lösung haben!", so Schulz. "Wählen Sie die, die in der Lage sind, etwas zu ändern, wählen Sie in Österreich Eugen Freund und die SPÖ!"