Wirtschaft, Steuerreform, Finanzen

Wirtschaftsbericht: Kaufkraftstärkung notwendig

Der Wirtschaftsbericht 2014 bekräftigt den erfolgreichen österreichischen Weg durch die Krise. Die Wirtschaftsdaten sind gut, zeigen aber die Notwendigkeit einer Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen auf, um die Konjunktur weiter anzukurbeln. „An einer Steuersenkung führt kein Weg vorbei“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann.

Die allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten haben sich, wie im Vorwort des Wirtschaftsberichtes 2014 betont wird, gegenüber den Vorjahren verbessert. So werde die Eurozone 2014 nach zwei Jahren wieder wachsen. Österreichs Volkswirtschaft habe sich wieder besser entwickelt als die Eurozone. Nach dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 Prozent im Vorjahr soll sich das Wachstum heuer und im nächsten Jahr deutlich verstärken. Das Wifo prognostiziert für 2014 ein Wachstum von 1,4 Prozent, das IHS 1,5 Prozent. Für 2015 sind beide Institute mit Wachstumsraten von 1,7 Prozent bzw. 1,9 Prozent optimistischer.

Wissen und Bildung entscheidend

Der Wirtschaftsbericht bestärkt also den positiven Trend im Bereich des Exports. In den nächsten Jahren geht man von einer Steigerung der im Export tätigen Betriebe auf 50.000 aus. „Dafür entscheidend ist aber, dass Wissen und Bildung eine Hauptrolle spielen. Es geht um die Vorbereitung unserer Jugend auf die Herausforderungen der Arbeitswelt. Die Bereiche Forschung und Innovation sind der entscheidende Faktor, um im Vergleich zu anderen eine Nasenlänge voraus zu sein. Das verlangt, dass wir in der Politik und in der Regierung die Rahmenbedingungen weiter verbessern und für mehr Rückenwind sorgen", betonte Bundeskanzler Werner Faymann bei der Präsentation des Berichtes in der Wiener Hofburg.

Nachfrage im eigenen Land stärken

Der Kanzler skizzierte weiters die künftigen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen Österreichs: „Wir müssen unsere Kräfte gemeinsam bündeln und tun, was im Bereich der Bildung und Ausbildung nötig ist. Wir müssen aber auch Maßnahmen zur Kaufkraftstärkung setzen. Dazu gehört auch das Instrument der Steuersenkung. Es ist immer schwieriger, Freiräume zu schaffen als darüber Klage zu führen, dass es sie nicht gibt. Aber an einer Steuersenkung führt kein Weg vorbei. Sie ist ein Mosaikstein in einer Kette von Maßnahmen, um die Kaufkraft zu stärken. Mehr Netto vom Brutto zu verlangen ist keine ideologische Kategorie, sondern vielmehr ein Motor, um die Nachfrage im eigenen Land zu stärken.“

Österreich ist international top

Generell ist das Bild über Österreichs Wirtschaft sehr positiv. Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und vor allem im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit zählt unser Land in Europa zu den Besten. Beim BIP pro Kopf liegt Österreich an zweiter Stelle. „Trotz dieser guten Wirtschaftsdaten gibt es aber noch viele Hausaufgaben zu erledigen“, sagte Kanzler Faymann.

Österreich muss vorne bleiben

Infrastrukturministerin Doris Bures hat bei der Präsentation hervorgehoben, wie wichtig Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovationen für die Entwicklung des heimischen Standortes waren und sind. „Unser Ziel muss es bleiben, bei diesen wichtigen Faktoren vorne zu bleiben. Das ist die große zukünftige Herausforderung, vor der wir stehen. Industrieinnovationen und Technologien sind ganz entscheidende Grundlagen für die Entwicklung eines Landes, für den Wohlstand, für soziale Standards und für Beschäftigung“, betonte Bures. Österreich sei es deshalb bisher besser als anderen gelungen, durch die Krise zu kommen, weil seit 2008 ein solider Staatshaushalt mit Investitionen in wichtige und beschäftigungsintensive Wachstumsbereiche in Einklang gebracht wurde.