„Würde am Ende des Lebens“ – Bürgerinnen sollen sich an Debatte beteiligen

Die Enquete-Kommission zum Thema „Die Würde am Ende des Lebens“ lädt auf der Homepage des Parlaments bis zum 15. September zur Stellungnahme. Alle Interessierten sind aufgerufen, sich über eine eigens eingerichtete E-Mail-Adresse am Diskussionsprozess zu beteiligen.

 
Die Enquete-Kommission wird sich mit den Themen Palliativmedizin, Patientenverfügung, Grundrecht auf eine würdevolles Sterben und rechtliche Verankerung des Verbots auf Sterbehilfe befassen. In der ersten Arbeitssitzung wurde einstimmig die Einholung von Stellungnahmen beschlossen. Dies geschieht über die eigens eingerichtete E-Mail-Adresse (wuerdevoll.leben [@] parlament.gv.at). 
 
Hannes Jarolim: Würde am Ende des Lebens ist sicherzustellen, aber nicht in der Verfassung
 
„Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit Menschen am Ende des Lebens die bestmögliche Betreuung zuteil wird. Damit ist nicht nur medizinische Unterstützung gemeint, sondern vor allem auch psychologische bzw. seelische", betonte SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim, der zum stellvertretenden Obmann der Enquetekommission gewählt wurde.
 
Zur Vorsicht mahnt Jarolim hinsichtlich des Vorschlages, ein Verbot der Sterbehilfe in der Verfassung zu verankern. "Es gibt Situationen, in denen der Wunsch eines Menschen, das Leben zu beenden, auch ernst genommen werden muss – nämlich, wenn ein schmerzvoller und unerträglicher Leidenszustand ohne Hoffnung auf Besserung besteht", so der SPÖ-Justizsprecher. Zusätzlich sind in der Verfassung die Organisationsform und die Grundnormen des Staates festgelegt. Die Materie "Sterbehilfe" sei in der Verfassung daher fehl am Platz.
 
Vielmehr müsse es darum gehen, die bestmögliche palliativmedizinische Versorgung für alle sicherzustellen. Die Vision der Sozialdemokratie ist es, die Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich derart flächendeckend und bedarfsorientiert auszubauen, dass sich der Wunsch nach "aktiver Sterbehilfe" erübrigt.