Bures gründet erste Pilotfabrik Österreichs

Österreich wird weltweit zu einem „Technologiegeber“. Damit das so bleibt, will Technologieministerin Doris Bures gemeinsam mit der TU Wien die erste österreichische "Pilotfabrik" gründen, eine Modell-Fabrik, die der heimischen Wirtschaft helfen soll, sich auf die „Herausforderungen der Industrie 4.0“ vorzubereiten.

Eine Pilotfabrik ist ein realitätsnahes Modell einer Fabrik – eine Laborsituation mit realen industriellen Maschinen und Logistiksystemen. Pilotfabriken bieten eine echte, aber neutrale industrielle Forschungs- und Entwicklungsumgebung, in der ohne Störung einer laufenden Produktion entwickelt und getestet werden kann. Die erste Pilotfabrik Österreichs soll ihre Arbeit schon 2015 in Wien aufnehmen, kündigte Ministerin Doris Bures bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sabine Seidler, Rektorin der TU-Wien und WIFO-Chef Karl Aiginger an. Für die Errichtung der Pilotfabrik in Wien werden seitens des bmvit zwei Millionen Euro bereitgestellt. Für Technologieministerin Bures ist die Gründung der Pilotfabriken ein wesentlicher Baustein der österreichischen Technologiepolitik: "Es sind tausende heimische Unternehmen, nicht nur wenige Großbetriebe, denen die Trends von Industrie 4.0 neue Möglichkeiten eröffnen. Die Pilotfabriken sind eine konsequente Weiterführung unserer Anstrengungen, die Produktionswirtschaft im internationalen Wettbewerb zu unterstützen.“

Schwerpunkt liegt auf Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist der aktuelle Schwerpunkt für die Technologiepolitik des bmvit. 2014 und 2015 wird das bmvit die Vorbereitung auf die neue industrielle Wende mit insgesamt mehr als 250 Mio. Euro fördern. "Der Trend zu Industrie 4.0 verlangt Vernetzungs- und Kooperationsbereitschaft zwischen Großindustrie, den Klein- und Mittelbetrieben und der Forschung. Dass wir diese Entwicklungen frühzeitig aufgreifen, ist gerade für eine kleine offene Volkswirtschaft mit hoher Exportquote und spezialisierten Zulieferbetrieben existenziell. Hochwertige Produktion schafft auch hochwertige Arbeitsplätze. Nur, wenn wir bei der Fertigungsqualität an der Weltspitze bleiben, haben wir eine Chance, gegen die Konkurrenz aus Niedriglohnländern", beschreibt Bures die Situation. 

WIFO-Studie bestätigt: Österreichs Technologiepolitik treffsicher

Eine aktuelle WIFO-Studie im Auftrag des bmvit bestätigt: Bei Maschinenbau, Fahrzeugbau, Metallwaren, innovativen Werkstoffen und bei Umwelttechnologien ist Österreich für die Welt zum "Technologiegeber" geworden. "Mit der WIFO-Studie wollten wir überprüfen, ob unsere Technologiepolitik auch wirklich dort ansetzt, wo unsere größten Potenziale am Weltmarkt liegen. Die Studie zeigt, dass wir uns die richtigen Nischen gesucht haben und deshalb immer mehr Marktanteile gewinnen. Und sie zeigt, dass unser Förderschwerpunkt auf Produktions-, Energie- und Umwelttechnologien erfolgreich ist", so Bures.