Nationaler Aktionsplan soll Frauen vor Gewalt schützen

Jede fünfte Frau in Österreich wird mindestens einmal Opfer von Gewalt.  Mit dem NAP bekennt sich die Bundesregierung zu Null Toleranz gegenüber Gewalt an Mädchen und Frauen. Bewusstseinsbildung und Prävention stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Trotz des dichten Netzes an Gewaltschutzeinrichtungen in Österreich pocht Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek darauf, in diesem Bereich intensiv tätig zu bleiben. „Von einer aktuellen EU-weiten Studie wissen wir, dass die Österreicherinnen ungenügend darüber Bescheid wissen, wo sie Hilfe und Schutz erhalten“, erklärt Heinisch-Hosek. Der Nationale Aktionsplan (NAP) zielt daher darauf ab, schon vorhandene Hilfsangebote besser bekannt zu machen. Hierzu zählen etwa die kostenlose Frauenhelpline 0800 222 555 oder die fem:HELP-App für Smartphones. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Kampagne „GewaltFREI leben. Verhinderung von (schwerer) Gewalt an Frauen", die gemeinsam von der Europäischen Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Frauen finanziert wird. (Gesamtbudget von 400.000 Euro, davon 80% EU-Anteil, 20% BMBF Anteil). "Der heutige Beschluss im Ministerrat ist ein deutliches Signal der gesamten Bundesregierung und damit wurde ein wichtiger Punkt im Regierungsprogramm umgesetzt“, resümiert Heinisch-Hosek.

Bewusstseinsarbeit schon bei Kindern und Jugendlichen

Der NAP sieht weiters Projekte zur Bewusstseinsbildung und Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt an Frauen und Mädchen an Schulen vor. Daher wird es laut Heinisch-Hosek im Zuge des NAP Informationsmaterial für Lehrkräfte sowie Workshops für Jugendliche geben.

Lob hierfür findet auch die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner: "Ich finde es sehr gut, dass auch Projekte an Schulen vorgesehen sind. Viele Mädchen und Frauen haben Angst, über die eigenen Erfahrungen zu sprechen. Mit guter Information und Aufklärung kann ein Weg aus der Gewalt gefunden werden", sagt Brunner.

Der Nationale Aktionsplan wurde seit 2013 durch eine vom Frauenministerium einberufene Interministerielle Arbeitsgruppe zum Thema Gewaltschutz vorbereitet. Diese IMAG setzt sich aus VertreterInnen des Justizministeriums, des Innenministeriums, des Gesundheits- und Sozialministeriums, des Außenministeriums, des Familien- sowie des Bildungs- und Frauenministeriums zusammen. Diese erarbeiten gemeinsam mit relevanten NGOs den NAP, wie er im Regierungsprogramm vereinbart wurde.

NAP folgt der Istanbul-Konvention

Die sogenannte Istanbul-Konvention ist ein völkerrechtlich bindendes Regelwerk, das den Frauen in allen Mitgliedsländern des Europarats Schutz vor geschlechterspezifischer Gewalt bietet. Sie ist seit 1. August 2014 in Kraft. Der NAP sieht von 2014-2016 Aktivitäten vor, um präventive Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen sowie zum Schutz von Betroffenen zu koordinieren.