Kampf gegen Steuerhinterziehung: Selbstanzeigen werden teurer

Ab 1. Oktober gelten verschärfte Regeln für Selbstanzeigen bei Steuerbetrug: Wer erst dann eine Selbstanzeige abgibt, wenn  sich die Finanz mit der Steuerprüfung bereits angesagt hat, muss Strafzuschläge bezahlen. Die neuen Regeln sind ein wichtiger Teilerfolg der SPÖ im Kampf gegen Steuerbetrug.

Steuerhinterzieher kommen schon bald nicht mehr so günstig davon wie bisher. War es bisher noch möglich, selbst während der Betriebsprüfung durch die Finanz noch Selbstanzeige zu erstatten, um dadurch ohne Strafe und Verfahren davonzukommen, ändert sich das ab 1. Oktober. Ab dann gilt die Verschärfung des Finanzstrafgesetzes, das künftig Strafzuschläge vorsieht, die sich nach der Höhe der Abgabenschuld richten.

Gestaffelte Strafzuschläge

Konkret sind ab Oktober folgende Strafzuschläge vorgesehen:

  • bis zu einer Abgabenschuld von 33.000 Euro: 5 Prozent
  • bis zu einer Abgabenschuld von 100.000 Euro: 15 Prozent
  • bis zu einer Abgabenschuld von 250.000 Euro: 20 Prozent
  • bei Steuerschulden über 250.000 Euro müssen zusätzlich 30 Prozent Strafe gezahlt werden.

Neu ist außerdem: Wer sich bereits einmal selbst angezeigt hat, kann wegen der gleichen Abgabe in der gleichen Zeitperiode nicht eine weitere Selbstanzeige einbringen.

Mehr Steuergerechtigkeit

Die Verschärfungen der Regeln für Selbstanzeigen gehen auf eine Initiative von Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl zurück, die sich erfolgreich für mehr Steuergerechtigkeit eingesetzt hat. Die neuen Regen stellen aber auch einen weiteren Schritt im verstärkten Kampf gegen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug in Österreich dar. Wichtig ist: Um leichte Fahrlässigkeit (z.B. Buchungsfehler) geht es hier nicht, sondern es geht um Steuerhinterziehung im großen Stil. Wer nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig agiert, geht straffrei aus.