Schulstart: Viele Verbesserungen

Mehr Chancengerechtigkeit und Förderung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mehr Fairness und Objektivität: All das bringt das neue Schuljahr mit dem Ausbau von Ganztags- und Neuen Mittelschulen, der neuen Matura und der Volksschulreform.

Während für rund 460.000 SchülerInnen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland das neue Schuljahr bereits begonnen hat, starten die restlichen rund 650.000 SchülerInnen in Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark nächste Woche ins neue Unterrichtsjahr. Das Schuljahr 2014/15 bringt viele Verbesserungen:

•    Ausbau der Ganztagsschulen:
Für mehr Ganztagsschulen stellt die Regierung von 2014 bis 2018 zusätzlich 400 Mio. Euro zur Verfügung. Das entspricht einer Verdoppelung der Mittel: Waren es in den Jahren 2010 bis 2013 jeweils 80 Mio. Euro jährlich, sind es ab heuer pro Jahr 160 Mio. Euro, die in den Ausbau der ganztägigen Schulformen fließen. Österreichweit gibt es in diesem Jahr rund 10.000 Ganztagsplätze mehr als im Vorjahr. Die Vorteile: mehr Chancengerechtigkeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, umfassende Förderung, deutliche Verringerung von Betreuungskosten und teurer Nachhilfe.

•    Ausbau der Neuen Mittelschule:
Auch die Neuen Mittelschulen werden im neuen Schuljahr weiter ausgebaut. Insgesamt kommen 136 neue Standorte dazu, damit werden 1.072 Standorte in ganz Österreich als Neue Mittelschule (NMS) geführt. Die NMS bringt mehr Chancengerechtigkeit (beste Bildung unabhängig vom finanziellen/sozialen Hintergrund der Eltern) und stellt die Förderung der individuellen Talente unserer Kinder in den Vordergrund. Weitere Vorteile: Team-Teaching (gemeinsamer Unterricht von zwei Lehrenden pro Klasse in den Hauptfächern) und verpflichtende Berufs- und Bildungswegberatung.

•    Neue Matura:
Ab diesem Schuljahr gilt die neue Matura (= standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung) bei allen AHS-Reifeprüfungen. Im Mai werden alle AHS-MaturantInnen an denselben Tagen idente, zentral vorgegebene Aufgaben lösen. Insgesamt besteht die neue Matura aus drei Teilen: aus einer schriftlichen „vorwissenschaftlichen Arbeit“, standardisierten schriftlichen Klausuren und aus mündlichen Prüfungen. Für die Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) ist die neue Matura ab 2016 verpflichtend, schon in diesem Schuljahr nehmen 95 BHS-Standorte am Schulversuch teil. Vorteile der neuen Matura: gleiche Bedingungen, einheitliche Grundkompetenzen für alle MaturantInnen, mehr Fairness und Objektivität.

•    Neue Schuleingangsphase – Kinder gemeinsam schulfit machen:
Ein wichtiges Reformprojekt im neuen Schuljahr ist auch der „Schulstart NEU“. Im Kern geht es hier – wie im Regierungsprogramm vorgesehen – um eine engere Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Volksschulen im Sinne einer verbesserten Schuleingangsphase. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek dazu: „Ich will diesen so wichtigen Schritt für die Kinder hinein in die Schule so behutsam und reibungslos wie möglich gestalten. Ziel ist, dass die Kinder von Anfang an in die Schule hineinbegleitet und ganzheitlich betreut werden.“

Den Beginn machen heuer 35 Volksschulen und kooperierende Kindergärten in ganz Österreich. Bei diesen so genannten Netzwerkprojekten bilden Kindergarten und Volksschule gemeinsam eine neue „Schuleingangsphase“ (besteht aus letztem Kindergartenjahr und den ersten und zweiten Volksschulklassen). Kindergärten und Volksschulen arbeiten dabei zusammen an standortbezogenen Modellen zur bestmöglichen Förderung der Kinder (inkl. Sprachförderung, individueller Förderung). Bei den Netzwerkprojekten besuchen die Kinder noch im Kindergarten die Schule und lernen so bereits früh ihre zukünftige Lehrperson kennen – ein wichtiger Faktor für Sicherheit, Vertrauen und Neugier auf das Leben als Schulkind. Bis 2016/17 soll dieses Modell österreichweit umgesetzt werden. Von der neuen Schuleingangsphase profitieren Kinder, Eltern (verstärkte Einbindung, mehr Infos) und PädagogInnen gleichermaßen, sagte Heinisch-Hosek, die betonte: „Gemeinsam machen wir die Kinder schulfit“.

WEB-TIPP:

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Frauen