OECD-Bildungsstudie: Österreich hat aufgeholt

Die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2014“ zeigt, wo Österreich gut liegt und wo wir noch Nachholbedarf haben. So sind wir bei der Berufsbildung im Spitzenfeld, positiv ist auch, dass immer mehr Kinder den Kindergarten besuchen. Weitere Anstrengungen braucht es bei der Chancengerechtigkeit.

Bereits zum 23. Mal ist die von der OECD herausgegebene Studie „Bildung auf einen Blick“ erschienen – und sie ist beides: ein wichtiges Feedbackinstrument und Impulsgeber für weitere Reformen. Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Österreich liegt bei der Berufsbildung im Spitzenfeld: 58 Prozent der ÖsterreicherInnen verfügen über einen berufsbildenden Abschluss auf Niveau der Sekundarstufe II (Matura, Lehre). Dazu Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek: „Der OECD-Durchschnitt beträgt 33 Prozent, hier liegen wir im absoluten Spitzenfeld.“ Das Top-Ergebnis Österreichs in Sachen Berufsbildung trägt auch dazu bei, dass Österreich eine vergleichsweise gute Arbeitsmarktlage hat.
  • Niedriger Anteil von so genannten NEETs, also Personen, die nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung sind: Österreich liegt bei den 15- bis 29-Jährigen hier mit einem Anteil von 9,7 Prozent deutlich unter dem OECD-Schnitt von 15,2 Prozent. In vielen anderen Ländern ist der Anteil an NEETS krisenbedingt gestiegen, in Österreich hat er sich verringert.
  • Niedrige Arbeitslosigkeit quer durch alle Bildungsschichten: So hat z.B. nur Norwegen in der OECD mit 1,6 Prozent eine noch geringe Arbeitslosigkeit bei AkademikerInnen als Österreich (2,1 Prozent).
  • Mehr Kinder besuchen den Kindergarten: 65 Prozent der Dreijährigen besuchen einen Kindergarten (seit 2005 ist das ein Anstieg um 18 Prozent). Bei den Vierjährigen sind es 91 Prozent, in der OECD liegt der Wert bei 84 Prozent. Dieser hohe Wert ist auch deshalb so erfreulich, weil der Kindergarten die erste Bildungseinrichtung ist, in der „der Grundstein für einen guten Start in die Bildungslaufbahn gelegt wird“, sagte Ministerin Heinisch-Hosek.
  • Verbesserungen bei der AkademikerInnenquote: Sie ist von 14 Prozent im Jahr 2000 auf 20 Prozent gestiegen. Hier gibt es nach wie vor Luft nach oben, positiv ist aber, dass vor allem Jüngere stark aufholen und mit einer Hochschul-Quote von 39 Prozent im OECD-Schnitt liegen.

Hohe Investitionen in die Bildung: Kleinere Klassen, gutes Betreuungsverhältnis

Die aktuelle OECD-Bildungsstudie zeigt einmal mehr, dass Österreich im OECD-Vergleich viel in Bildung investiert. Das hat, wie SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann erklärte, „zwei Seiten: Einerseits ist es positiv, dass Österreich viel in Bildung investiert – nicht zuletzt durch die kleineren Klassen und das bessere Betreuungsverhältnis. Andererseits braucht es auch mehr Effizienz beim Einsatz der Mittel“. Eine bundesweite Arbeitsgruppe beschäftigt sich bereits damit, ob das eingesetzte Geld richtig verteilt wird.

Bildung wird vererbt: Mit Ganztagsschulausbau gegensteuern

Nach wie vor haben AkademikerInnenkinder in Österreich viel höhere Chancen ein Studium abzuschließen als Kinder von Nicht-AkademikerInnen. Für Ministerin Heinisch-Hosek ist daher klar: „Wir brauchen mehr Bewegung bei der Vererbung von Bildung“. Der Bildungsungerechtigkeit gegensteuern will die Bildungsministerin etwa mit der bereits gestarteten Ausbauoffensive bei Ganztagsschulen (vor allem in verschränkter Form). Aber auch der Volksschulreform kommt hierbei große Bedeutung zu – sie soll mit Förderung und Unterstützung von Anfang an für einen Schub sorgen.

 

WEB-TIPP:

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Frauen.

Hier geht es zu Detailergebnissen der OECD-Studie für Österreich (englisch).