Mehr Gleichstellung durch aktive Väterbeteiligung

Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek plädierten bei der internationalen Männerkonferenz „Mehr Gleichstellung durch Väterbeteiligung“ für mehr Väter in Karenz und einen Bewusstseins- und Kulturwandel.

"Väterkarenz und Papa-Monat dürfen keine Fremdworte sein", betonte Sozialminister Hundstorfer bei der Eröffnung der von Sozialministerium und deutschem Familienministerium veranstalteten Konferenz. Die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gleichstellung und Karenz waren jahrzehntelang Frauenthemen, sagte Hundstorfer. Das soll sich ändern. „Wichtig ist, die Männer zu motivieren, ihre bereits vorhandenen Rechte auch in Anspruch zu nehmen“, betonte Heinisch-Hosek.

Im Rahmen der Konferenz wurden auch die Ergebnisse einer neuen Studie zum Thema „Väter in Elternkarenz“ präsentiert. Dieser zufolge nimmt bereits jeder 5. Vater Kinderbetreuungsgeld in Anspruch. Die "Karenzväter" kommen aus allen Berufsbranchen und Bildungsschichten. Außerdem belegt die Studie: Durch den Bezug von Kinderbetreuungsgeld wird die Erwerbslaufbahn der Väter nicht gestört, die Mehrheit ist auch zwei Jahre danach in stabilen Beschäftigungsverhältnissen. Hundstorfer sieht darin „ein klares Signal dafür, dass Karenz der Karriere nicht schadet“.

Papa-Monat als Einstieg in Väterkarenz

„Es geht in die richtige Richtung“, sagte auch Heinisch-Hosek, „der Anteil an Vätern in Karenz muss aber noch weiter steigen, um die Gleichstellung voranzutreiben“. Denn es besteht nach wie vor eine große Diskrepanz bei der Aufteilung der Erwerbs- und Familienarbeit zwischen den Geschlechtern. Eine Schlüsselrolle spielt für Heinisch-Hosek der „Papa-Monat“, den sie als „Einstieg in die Väterkarenz“ sieht. Im öffentlichen Dienst wird der Papa-Monat bereits gut angenommen. Sozialminister Hundstorfer verhandelt in Kürze mit VertreterInnen der Wirtschaft, um diesen auch in der Privatwirtschaft zu etablieren.

Ein Erfolg ist auch das einkommensunabhängige Kindergeld, das dazu beigetragen hat, dass noch mehr Väter in Karenz gehen. Die Frauenministerin möchte dieses in Zukunft noch einfacher und transparenter gestalten. Die arbeitsrechtliche Karenz und damit auch der Kündigungsschutz enden derzeit nach zwei Jahren. „Das wissen viele Frauen nicht, und oft folgt ein böses Erwachen", sagte Heinisch-Hosek. „Es geht darum, Vätern Mut zu machen, in Karenz zu gehen und Frauen zu motivieren, schneller ins Erwerbsleben zurückzukehren", sagte die Ministerin.

Mehr Informationen zur Männerkonferenz finden sich hier