Equal Pay Day: Der Kampf um gerechte Bezahlung

Mit Krawatte präsentierten sich die SPÖ-Frauen zum Equal Pay Day bei einer Straßenaktion in Wien. Unter dem Motto „Lohnschere schließen“ machten sie auf bestehende Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam.

Der Termin für den Equal Pay Day wird jedes Jahr neu berechnet. Es handelt sich dabei um jenen Tag, ab dem Frauen statistisch gesehen bis zum Jahresende „gratis“ arbeiten, also bis zu welchem Männer durchschnittlich so viel verdient haben, wie Frauen im ganzen Jahr. Österreichweiten Berechnungen zufolge fällt er heuer auf den 10. Oktober. Erfolge konnten bereits verzeichnet werden: In den letzten vier Jahren ist der Termin um zwei Wochen nach hinten gerückt.

An der Aktion der SPÖ-Bundesfrauen und Wiener SPÖ-Frauen, die heuer am Bahnhof Wien Mitte stattfand, nahmen SPÖ-Frauenvorsitzende und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger teil. Sie waren sich einig, dass es noch vieler frauenfördernder Maßnahmen bedarf, um die Lohnschere noch weiter zu schließen.

Ungleichheit bei Karrierechancen und Einkommen

„Der Kampf um gerechte Bezahlung muss an mehreren Fronten ausgetragen werden“, sagte Heinisch-Hosek. „Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung und der Ganztagsschule, Motivation von Vätern, in Karenz zu gehen oder die Evaluierung der Einkommenstransparenz sind dabei wichtige Maßnahmen.“

Auch Brauner erinnerte daran, dass Frauen noch immer nicht die gleichen Karrierechancen und Einkommen wie Männer haben. „Das liegt daran, dass sie noch immer überproportional für Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege sorgen müssen“, erklärte die Vizebürgermeisterin. Sie sieht den Wiener Gratiskindergarten oder die aktuelle Initiative von Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer für mehr Väterbeteiligung und Väterkarenz als wichtige Schritte, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.

Wien als Vorreiter

Mit Quotenregelungen, dem Gratiskindergarten, der Einkommenstransparenz auf Stadtebene und der Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an frauenfördernde Maßnahmen ist  Wien auf einem guten Weg. Hier ist die Einkommensschere im bundesweiten Vergleich am geringsten. „Wir werden aber nicht aufhören, Druck zu machen und den Gleichstellungsprozess noch weiter voranzutreiben“, betonte Stadträtin Sandra Frauenberger.

Fotos von der Straßenaktion finden Sie auf dem Flickr-Account der SPÖ-Frauen.