Deserteursdenkmal als Zeichen der Rehabilitierung

Am Wiener Ballhausplatz steht seit kurzem ein Denkmal für Verfolgte der NS-Militärjustiz. Nach der rechtlichen Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren ist das Denkmal nun ein wichtiger symbolischer Schritt.

Die NS-Militärjustiz verhängte während des zweiten Weltkrieges mehr als 30.000 Todesurteile gegen Soldaten, Kriegsgefangene und ZivilistInnen. Dieser Menschen wird mit dem Denkmal gedacht. „Es handelt sich um Menschen, die ihr Leben hintangestellt haben, um für Demokratie und Menschenwürde zu kämpfen“ sagt Kulturminister Josef Ostermayer. „Das Denkmal ist ein wichtiges Zeichen  der Erinnerungskultur und der Rehabilitierung jener, die die Zivilcourage und die Möglichkeit hatten, sich dem NS-Regime zu widersetzen.“

Das Denkmal soll auch daran erinnern, dass Deserteure keine Verräter waren, wie sie damals bezeichnet wurden. „Verrat ist nur an Rechtsstaat und Demokratie möglich, nicht aber an einem Unrechtsregime“, betont Ostermayer. „Unsere Pflicht ist es nun, das Fundament unserer heutigen demokratischen Gesellschaft mit allen Mitteln zu stärken.“

Entscheidender Beitrag zur Erinnerungskultur

Der Kulturminister hält es außerdem für wichtig, stets an die dunklen Seiten der Geschichte zu erinnern, „damit auch Menschen die keine Zeitzeugen waren die Möglichkeit haben, aus der Geschichte zu lernen.“ Dazu liefert das Denkmal einen entscheidenden Beitrag.

Auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl begrüßt das Denkmal als ein bedeutendes Symbol der Erinnerungskultur in Wien. „Es ist eine wichtige Entwicklung, dass Deserteure rechtlich und durch das Denkmal auch symbolisch rehabilitiert wurden und als Teil des antifaschistischen Widerstandes anerkannt werden“, sagt Häupl.