Frauenbarometer: Mehrheit für frühe Sexualaufklärung

"Die Ergebnisse des achten Frauenbarometers zeigen auf, wie gut Frauen über Vorsorge-Programme informiert sind", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der Präsentation der Ergebnisse der Online-Umfrage. Eine Mehrheit spricht sich auch für eine frühzeitige Sexualaufklärung aus.

Die regelmäßig stattfindende repräsentative Online-Umfrage zur Gleichberechtigung in Österreich wird seit 2012 durchgeführt und ist diesmal dem Schwerpunkt „Gesundheit" gewidmet. „Ein Barometer misst den Luftdruck – und unser Frauenbarometer misst den Druck innerhalb der Gesellschaft. Genau den Druck, den es braucht, um notwendige Veränderungen für die Frauen zu erzielen", betont die Ministerin.

Informationsstand über Vorsorgeprogramme sehr gut

Eines der Hauptergebnisse der Studie: Der Informationsstand über Brustkrebs-Vorsorgeprogramm und kostenlose HPV-Impfung ist sehr gut ist. 67 Prozent fühlen sich über das Brustkrebs-Vorsorgeprogramm „sehr gut" oder „eher gut" informiert. Über die Möglichkeit einer kostenlosen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV) für Mädchen und Buben zwischen neun und zwölf Jahren wissen 60 Prozent der Befragten Bescheid. Dieser sehr gute Wert ist nicht zuletzt auf die Aufklärungsarbeit zurückzuführen. „Die Informationskampagnen haben gewirkt", sagt Heinisch-Hosek.

Hohe Zustimmung für frühe Sexualerziehung

Der Großteil der ÖsterreicherInnen ist davon überzeugt, dass eine moderne Sexualerziehung bereits in frühen Jahren beginnen soll. Lediglich elf Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass mit der Sexualerziehung erst ab dem 14. Lebensjahr begonnen werden sollte. „Verhütung und sexuelle Aufklärung sind heute wichtiger denn je. Es gibt oft große Unwissenheit, Unklarheit und auch Verunsicherung, hier will ich gegensteuern und die richtigen Maßnahmen setzen", betontHeinisch-Hosek. Das Bildungsministerium arbeitet bereits daran, die Sexualpädagogik neu aufzustellen. Eine Evaluierung wurde in Auftrag gegeben, um LehrerInnen und SchülerInnen über ihre Erwartungen an die Sexualpädagogik zu befragen. Weiters wird ein Beirat eingerichtet, der die Bundesministerin in diesem Themenbereich mit Expertise unterstützt und Vorschläge für Programme und Maßnahmen machen wird.

Klare Mehrheit für Schwangerschaftsabbruch in öffentlichen Krankenanstalten

"Es ist höchste Zeit, dass Frauen in ganz Österreich die Möglichkeit erhalten in ihrem Bundesland einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen", stellt die Frauenministerin klar. Das Frauenbarometer zeigt deutlich, dass diese Forderung nun in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. 72 Prozent aller ÖsterreicherInnen sehen darin eine „sehr geeignete " oder „eher geeignete " Maßnahme zur Stärkung der Frauengesundheit. „Wenn sich eine Frau für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, dann darf es keine zusätzlichen Hürden, wie lange Anreisewege geben. Frauen müssen darauf vertrauen können, dass sie in ihrer Nähe medizinisch gut betreut werden", fordert Heinisch-Hosek.

Brunner: Umfrageergebnisse bestätigen Forderungen der SPÖ-Frauen

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner sieht in den Umfrageergebnissen eine Bestätigung: „Moderne Sexualerziehung muss schon in frühen Jahren beginnen. Das ist ein wichtiges Ergebnis der heute präsentierten Umfrage und bestätigt uns SPÖ-Frauen in unserer jahrzehntelangen Forderung nach frühem, gutem und altersadäquatem Aufklärungsunterricht." Viel ist hier bereits „in Bewegung gekommen“, sagt Brunner.  In Bezug auf die Möglichkeit, österreichweit  Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern durchführen lassen zu können, macht Brunner deutlich: „Es ist an der Zeit, dass auch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg ihren Widerstand dagegen aufgeben."

Spindelberger: Programme zur Krebsvorsorge sind bei Bevölkerung angekommen

„Das heute präsentierte 8. Frauenbarometer mit dem Schwerpunkt Frauengesundheit zeigt, dass die neuesten Krebsvorsorgeprogramme bei denen, an die sie sich richten, gut angekommen sind: nämlich bei den Bürgerinnen und Bürgern, den Patientinnen und Patienten“, betont SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger. Dass rund zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) der Meinung sind, dass das Burstkrebsvorsorgeprogramm dazu beitragen wird, das Erkrankungsrisiko deutlich zu senken, und 65 Prozent schon vom Screening-Programm gehört haben, zeigt, dass die Informationskampagnen der letzten Jahre greifen. Zum Thema Schwangerschaftsabbruch betont Spindelberger: „Schon Alois Stöger hat sich in seiner Amtszeit als Gesundheitsminister dafür stark gemacht, das zu ermöglichen. Ich hoffe, dass sich die Bundesländer, die noch hinterherhinken, wenigstens von den BürgerInnen überzeugen lassen, die sich bundesländerübergreifend für Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern aussprechen“, so der SPÖ-Gesundheitssprecher.