Über Kredite aufklären heißt präventiv gegen Überschuldung arbeiten

Auf der Klubenquete mit dem Titel "Schulden – Kreditklemme – Inkassobüros – Privatinsolvenz. Menschen in prekärer finanzieller Situation" präsentiert die SPÖ Lösungen, um VerbraucherInnen vor Verschuldung zu bewahren.

„In der Bevölkerung fehlt es an finanzieller Allgemeinbildung, deswegen unterschreiben so viele Menschen Verträge und gehen Verpflichtungen ein, die sie dann ihr ganzes Leben begleiten", erklärte Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der Enquete.
Für SPÖ-KonsumentInnenschutzsprecherin Angela Lueger ist Prävention das beste Mittel, private Verschuldung zu verhindern: "Ich habe bei der Enquete viele Ansätze gehört, die wir ausbauen müssen. Dazu zählt der Finanzführerschein oder die Implementierung des Unterrichtsprinzips Wirtschafts- und KonsumentInnenbildung."
Konkret wurden folgende Lösungswege vorbereitet, an denen nun weitergearbeitet wird:

  • Prävention: Die KonsumentInnenbildung soll verpflichtend im Unterricht verankert werden. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek wird noch in diesem Schuljahr den entsprechenden Erlass erstellen. Außerdem sollen Erfolgsprojekte wie der Finanzführerschein in Oberösterreich im gesamten Bundesgebiet angewandt worden. In fünf Modulen wird so der verantwortungsvolle Umgang mit Finanzdienstleistungen gelernt.
  • Basiskonto: EU-weit wird ein Konto eingeführt, das jedem Menschen erlaubt ein Konto zu besitzen und grundlegende Aufgaben damit zu erledigen. Ohne Konto ist es nahezu ermöglich einen Dienst- oder Mietvertrag zu bekommen bzw. nur mit hohem Aufwand möglich. Ein derartiges Konto ist ein wichtiger Schritt, um Menschen vor dem Abrutschen in eine noch schlimmere soziale Situation zu bewahren.
  • Inkassobüros: Es müssen klare Regeln geschaffen werden, wie viel solche Büros für ihre Dienste verlangen dürfen. Gebühren wie Wegzeiten dürfen bei höheren Krediten nicht höher sein, als bei kleineren Krediten. Oftmals verdoppeln oder verdreifachen sich Schulden nur aufgrund dieser Gebühren und Menschen sind mehr mit der Rückzahlung dieser Gebühren an das Inkassobüro beschäftigt als mit der Tilgung der Schulden.
  • Privatkonkurs: Der Privatkonkurs muss wieder das Vorzeigemodell werden, das er einmal war. Wichtig dabei ist die Kürzung der Verfahrensdauer sowie die Abschaffung der Mindestquote.
  • Gebühren bei Kontoüberziehung: Die SPÖ fordert eine Deckelung der Gebühren sowie eine Anpassung der Zinsen an den Leitzinssatz der EZB, damit KontoinhaberInnen nicht weiter belastet werden.