Vermögenssteuern in der Schweiz unbestritten

Bundeskanzler Werner Faymann hat sich bei einem Arbeitsbesuch ein Bild über das System der Vermögenssteuern in der Schweiz gemacht und sieht darin ein mögliches Vorbild für Österreich. Vermögenssteuern sind in unserem Nachbarland unbestritten und beruhen auf Selbstdeklaration.

In Aarau, einem Kanton mit einer ähnlichen wirtschaftlichen Struktur wie Österreich, traf Faymann unter anderem auf die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

Faymanns Fazit des Arbeitsbesuchs laut „Kurier“: Die Schweiz hat mit geringem Aufwand eine einträgliche Steuer eingeführt, die fair ist und nicht infrage gestellt wird. „Und es beweist auch, dass das SPÖ-Modell einer Millionärssteuer ab einer Millionen Euro fair ist und uns im Gegenzug ermöglichen würde, die Lohn und Einkommenssteuer zu senken.“

Kein „Schnüffeln“, sondern funktionierende Selbstdeklaration

Der Vorwurf, eine Vermögenssteuer sei eine „Schnüffel-Steuer“, wird vom Schweizer Beispiel entkräftet. Den Bürgerinnen und Bürgern wird beim Zahlen vertraut; ein „Schnüffeln“ der Behörden ist daher nicht notwendig. „Jeder kennt seine Pflichten und man baut nicht ein System auf, wo man zu Hause nachforscht, in die Wohnungen und Küchen geht, um nachzuschauen, was hat denn der. Das braucht man nicht“, erklärte der Kanzler. Finanzprüfern sei es außerdem verboten, Wohnungen der Bürger zu betreten.

Auch beim Landesparteitag der SPÖ Burgenland betonte Faymann noch einmal, dass sich in der Schweiz „keine Großmutter davor fürchtet, dass ihr ihre Perlenkette weggenommen wird“. Das Beispiel Schweiz zeigt, dass die Selbstdeklaration von Vermögenswerten funktioniert und hohe Steuerehrlichkeit herrscht. Die Vermögenssteuer wird in der Schweiz von keiner Partei abgelehnt.

Schweiz nimmt fast 3 Mrd. Euro nur über Besteuerung von Millionären ein

SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer betont die Vorteile des Schweizer Systems der vermögensbezogenen Steuern: „Die in unserem Steuerkonzept enthaltenen 1,5 Mrd. Euro geplanten Einnahmen durch eine Millionärssteuer sind nur die Untergrenze. In der Schweiz werden fast drei Mrd. Euro – fast das Doppelte – allein über die Besteuerung von Millionären eingenommen.“ Darüber hinaus erfolgt die Einhebung der  Millionärssteuer sehr effizient, der Vorwurf, dass dies zu kostspielig sei, sei schlichtweg falsch.