Mehrheit gegen Pensionsautomatik

Bundeskanzler Werner Faymann lehnt den ÖVP-Vorschlag für eine Pensionsautomatik nach wie vor entschieden ab. Und auch die große Mehrheit der Bevölkerung erteilt der Idee eine klare Absage. Laut aktueller „Kurier“-Umfrage sind über 60 Prozent der ÖsterreicherInnen gegen eine solche Automatik.

Unter den SPÖ-WählerInnen sind es sogar 75 Prozent, und selbst 52 Prozent der ÖVP-Anhänger sagen Nein zur Pensionsautomatik. „Die SPÖ ist, so wie die Mehrheit der Bevölkerung, der Meinung, dass kein Automat, keine Automatik entscheiden soll, sondern die gewählte Politik. Mir ist lieber der Rudi Hundstorfer legt etwas vor, als ein Automat“, betont Bundeskanzler Werner Faymann nach dem Ministerrat. Die Mehrheit ist laut Umfrage auch gegen eine raschere Anhebung des Frauenpensionsalters.

Wachstum und Beschäftigung fördern

Voraussetzungen für einen weiteren Anstieg des faktischen Antrittsalters sind ausreichend Beschäftigung und Wachstum, keine Automatik. „Die beste Politik für die Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters ist für mich eine Beschäftigungspolitik, die auch Arbeitsplätze schafft und damit die Pensionen sichert“, betont Bundeskanzler Faymann. Gerade im Bereich der älteren ArbeitnehmerInnen sind die Arbeitslosenzahlen im Steigen. Im Oktober 2014 waren rund 80.000 Menschen über 50 Jahre auf Jobsuche. Wäre es im Jahr 2000 zur Einführung einer Pensionsautomatik gekommen, gäbe es heute rund 120.000 ältere Arbeitslose mehr.

Maßnahmen greifen

Bevor nicht alle bisher gesetzten Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten, gibt es keinen Grund, über das gesetzliche Antrittsalter zu diskutieren. Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat aktuelle Zahlen vorgelegt, die belegen, dass bisher gesetzte Maßnahmen im Bereich der Invaliditätspensionen und der Korridorpensionen greifen und das faktische Antrittsalter – wie im Regierungsprogramm vereinbart – steigt.