Extremismus, Information, Prävention,

Gegen Extremismus: Neue Beratungsstelle und Hotline

Die SPÖ-geführte Regierung verstärkt ihren Kampf gegen Extremismus – und zwar mit einer neuen Beratungsstelle und einer Hotline unter der Nummer 0800/20 20 44. Das Bildungsministerium setzt auf Präventions- und Informationsarbeit.  

Beratung, Prävention, aber auch Intervention im Krisenfall – das alles gibt es bei der neuen Beratungsstelle, die aus einem multiprofessionellen Team zusammengesetzt ist. Beratung gibt es anonym und kostenlos – und das in den fünf Sprachen Deutsch, Türkisch, Englisch, Arabisch und Persisch. Angesiedelt ist die Beratungsstelle im Ministerium für Familien und Jugend, unterstützt wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Frauen, vom Sozialministerium sowie vom Innen- und Außenministerium. Im Kampf gegen Extremismus steht neben der Beratungsstelle außerdem eine Hotline unter der Telefonnummer 0800/ 20 20 44 zur Verfügung. Die Hotline wendet sich v.a. an das soziale Umfeld potentiell Betroffener, also an Familie, Lehrkräfte, Vorgesetzte, Freunde sowie Arbeits- oder SchulkollegInnen – also an all jene, die am ehesten Tendenzen einer Radikalisierung bemerken.

Prävention und Information an den Schulen

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek machte deutlich, dass von Seiten des Bildungsministeriums die Präventions- und Informationsarbeit im Vordergrund steht. So gilt es, „Wege zu einer mündigen, gemeinschaftsoffenen und toleranten Haltung zu finden und diese zu fördern. Unbestreitbar ist, dass allen extremistischen Tendenzen entschlossen entgegengetreten werden muss. Das geschieht laufend und langfristig durch pädagogische Präventionsarbeit“, sagte Heinisch-Hosek. Schon beim Start des heurigen Schuljahres wurden zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Präventionsarbeit entwickelt. Maßnahmen wie Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte sowie spezielle Schulprojekte und Workshops sorgen für Prävention und Information. Außerdem wurde der Folder „Jugend und Extremismus“ samt Web-Tipps und Beratung bereits an alle 6.000 Schulen versendet. Zusätzlich wurde unter der Nummer 08 10/20 52 20 eine Schulinfo-Hotline für PädagogInnen eingerichtet. Hier gibt es umfassende Beratung durch SchulpsychologInnen.

WEB-TIPP:

Mehr Informationen zum Thema „Jugend und Extremismus“ finden sich auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Frauen

Minister Hundstorfer: Jugendliche in den Arbeitsmarkt integrieren

Das Sozialministerium verfolgt eine doppelte Strategie, um gegen die zunehmende Radikalisierung Jugendlicher vorzugehen: „Wir tun sehr viel für die Integration vor allem junger Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Religion in die Gesellschaft und insbesondere in den Arbeitsmarkt. Zudem wollen wir sicherstellen, dass es keinen unberechtigten Bezug von Sozialleistungen gibt“, erklärt Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Radikalisierung und Gewaltbereitschaft sind häufig eine Folge von gesellschaftlicher Ausgrenzung. Mit einer Vielzahl von Programmen für Jugendliche, beispielsweise dem flächendeckenden Angebot überbetrieblicher Lehrausbildung, Produktionsschulen, Jugendcoaching, Lehrlingscoaching und Integrationssprachkursen, soll dem entgegengewirkt und einer Radikalisierung und religiös motivierter Gewalt vorgebeugt werden. Ziel ist die Ausbildung bis mindestens 18 Jahre und ein über die Pflichtschule hinausgehender Abschluss. „Wenn aber Menschen aus Österreich beschließen, nach Syrien in den Kampf zu ziehen, wollen wir auch sicherstellen, dass kein unberechtigter Bezug von Sozialleistungen erfolgt“, betont der Sozialminister. Dazu wird in diesem sensiblen Bereich auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Innen-  und Sozialministerium sowie der Länder gesetzt.