Niedrige Zinsen nützen und Wohnoffensive starten

Innovativ ist das Investitionsprogramm für leistbares Wohnen, das von der Initiative „Umwelt + Bauen“, von den Sozialpartnern und den gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften vorgestellt wurde.

 
„Mit dieser Initiative, das gemeinsam vom Sozialministerium und Wohnbauexperten entwickelt wurde, kann es durch die Kooperation von Staat und Privat möglich werden, 30.000 Wohnungen zu errichten, 150.000 Jahresarbeitsplätze und bis zu 20.000 Dauerarbeitsplätze zu schaffen“, sagt Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Mit diesem Investitionsprogramm, das sich nicht belastend auf den Bundeshaushalt auswirken würde – im Gegenteil, die Staatsverschuldung würde dadurch sogar sinken –, würden die derzeit extrem niedrigen Kapitalmarktzinsen für Wohnbauinvestitionen genützt. „Durch die Nutzung der Bonitätsvorteile des Staates könnte in den nächsten fünf Jahren ein Gesamtinvestitionsvolumen von 6,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden", unterstrich Hundstorfer.
 
Durch die Haftung des Bundes für einen Teil der Kapitalaufbringung würde die Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen (GBV) Zugang zum internationalen Kapitalmarkt zu Konditionen ähnlich der Republik Österreich erhalten. „Das Haftungsrisiko für die Republik wäre dabei äußerst gering“, erläuterte der Sozialminister.
 
Durch dieses Investitionsprogramm könnte jährlich ein zusätzliches Wirtschaftswachstum in der Höhe von 0,4 Prozent erreicht werden, leistbare Wohnungen für 68.000 Menschen geschaffen und eine generelle Dämpfung der Mieten bewirkt werden. Zudem würde sich das Programm positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken.
 
SPÖ-Abgeordneter Josef Muchitsch, Sprecher der Initiative „Umwelt + Bauen“ betont: „Alleine im Bauwesen ist die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten im dritten Quartal laut Statistik Austria um 11.900 Personen gesunken. Damit sind die Beschäftigten am Bau die großen Verlierer am Arbeitsmarkt.“ Daher gelte es, verfügbares Kapital zu historisch niedrigen Zinsen für eine Wohnbauoffensive zu nutzen. Denn: „Dieses Modell ist so gestaltet, dass es den Stabilitätspakt nicht berührt und unter Einhaltung des Budgetpfads der Bundesregierung abgewickelt würde.“