SPÖ will Baby-Monat für gleichgeschlechtliche Paare

Beamtenstaatssekretärin Sonja Steßl will das Recht auf eine unbezahlte Frühkarenz im öffentlichen Dienst auf gleichgeschlechtliche Paare ausweiten. Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek und die SoHo begrüßen die Idee eines „Baby-Monats“.

Auch homosexuelle Eltern sollen die Möglichkeit haben, den ersten Lebensmonat des Kindes gemeinsam zu erleben, sagt Steßl. Sie will den Sozialpartnern und dem Koalitionspartner daher den Vorschlag für einen "Babymonat" unterbreiten, der im Zuge der nächsten Dienstrechtsnovelle beschlossen werden könnte. Den Rechtsanspruch auf eine bis zu vier Wochen dauernde Freistellung während des Mutterschutzes gibt es – bisher nur im öffentlichen Dienst – seit 2011. 1.061 mal wurde er bereits in Anspruch genommen. Bezahlt wird diese Zeit nicht, man bleibt aber krankenversichert und der Monat zählt voll für die Pension. Die SPÖ setzt sich seit Langem dafür ein, den „Papa-Monat“ auch auf die Privatwirtschaft auszuweiten. Eine Arbeitsgruppe im Sozialministerium ist mit der Prüfung und Ausarbeitung von Vorschlägen beschäftigt.

Heinisch-Hosek: Mehr Rechte für Homosexuelle

Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek unterstützt die Forderung von Staatssekretärin Steßl. „Der Papa-Monat für heterosexuelle Paare war ein erster wichtiger Schritt, ein Babymonat für homosexuelle Paare ist der nächste logische Schritt", so Heinisch-Hosek. Der Papa-Monat gibt Männern die Möglichkeit, von Anfang an Verantwortung zu übernehmen und „Lust auf mehr“, nämlich Väterkarenz, zu machen, sagt Heinisch-Hosek. Die Frauenministerin setzt sich seit jeher dafür ein, gleichgeschlechtliche Paare mit heterosexuellen Paaren gleichzustellen. „Verpartnerungen am Standesamt zählen hier genauso dazu, wie die Weiterentwicklung des Papa-Monats." Auch für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle, die Öffnung der Ehe und die Möglichkeit eines gemeinsamen Familiennamens setzt sich Heinisch-Hosek ein.

SoHo: Politik muss Lebensrealitäten gerecht werden

"LSBTI-Rechte sind Menschenrechte", unterstreicht Peter Traschkowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen Lesben-, Schwulen, Bisexuellen-, Trans* und Intersexuellen-Organisation (SoHo). Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für unterschiedliche Lebensentwürfe zu schaffen und jedem Menschen die gleichen Rechte zu garantieren: "Warum sollten homosexuelle Eltern vom Recht auf einen Papa- bzw. Baby-Monat im öffentlichen Dienst ausgeschlossen sein?" Regenbogenfamilien existieren, stellt Traschkowitsch klar. Dieser Lebensrealität muss die Politik gerecht werden.