Neues Maßnahmenpaket im Kampf gegen Extremismus

Mit einem neuen Sofortpaket stärkt das Bildungsministerium die bereits bestehenden Maßnahmen im Kampf gegen Extremismus und Radikalisierung. 300 Workshops und spezielle Fortbildungsangebote sorgen für mehr Prävention und De-Radikalisierung.

Im Bildungsministerium hat sich vor kurzem ein rund 70-köpfiger ExpertInnengipfel mit dem Themenkomplex Extremismus und Radikalisierung befasst. Dieser Gipfel war auch der Startschuss für eine multiprofessionelle Plattform, die unter dem Titel „Bildung gegen Extremismus“ die österreichweite Vernetzung zwischen den handelnden Personen fördern soll. Das Ziel: Jugendliche sollen „in ihrer Identität gestärkt werden, damit sie immun sind gegen destruktive Ideologien“, betonte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Hier müssen alle – die Eltern und die LehrerInnen genauso wie Unterstützungspersonal und außerschulische Jugendarbeit – an einem Strang ziehen.

300 kostenlose Workshops und PräventionsbeamtInnen

Die Ministerin hat im Anschluss an den ExpertInnengipfel auch ein weiteres Maßnahmenpaket, das sowohl kurz- als auch langfristig wirkt, präsentiert. Zentraler Bestandteil sind 300 zusätzliche und kostenlose Workshops für Schulen. Veranstaltet werden diese von Stellen, die im Bereich Prävention erfolgreich tätig sind, wie z.B. die Anti-Rassismus-Stelle „ZARA“. Schwerpunkte dieser Workshops sind u.a. De-Radikalisierung, Gewaltprävention und Interkulturalität. In Zusammenarbeit mit dem Innenministerium werden außerdem fünfzig PräventionsbeamtInnen mit den Studierenden an den Pädagogischen Hochschulen arbeiten. Zu Themenkreisen wie Konflikt-Prävention, Persönlichkeitsbildung oder Interreligiosität wird es außerdem verpflichtende Lehrveranstaltungen geben. Außerdem informiert ein spezieller Leitfaden DirektorInnen darüber, was im Fall einer vermuteten Radikalisierung zu tun ist. Mit diesen „neuen Komponenten wird der Radikalisierung entschlossen gegengesteuert“, unterstrich Ministerin Heinisch-Hosek. Bestehende Maßnahmen wie z.B. die Schulinfo-Hotline werden fortgeführt.

SERVICE:

Die von der Bundesregierung eingerichtete De-Radikalisierungs-Hotline ist unter der Telefonnummer 0800/20 20 44 erreichbar. Speziell für PädagogInnen wurde unter der Nummer 0810/20 52 20 eine Schulinfo-Hotline eingerichtet.

Weitere Informationen zum Thema „Jugend und Extremismus“ finden sich auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Frauen. Dort sind neben zahlreiche Lehrmaterialien und Web-Tipps auch weitere Beratungsstellen aufgelistet.