Filmpräsentation „Ein Augenblick leben“ im Parlament

Die SPÖ-Abgeordneten Elisabeth Hakel, Bereichssprecherin für Kunst und Kultur und Katharina Kucharowits, Kinder- und Jugendsprecherin, luden gestern Donnerstagabend zum Vorführung der Dokumentation „Ein Augenblick leben“ der Psychotherapeutin und Filmemacherin Anita Natmeßnig ins Parlament.

„Es ist notwendig, das Thema Sterben aus der Tabuzone zu holen und es in all seinen Facetten offen zu diskutieren“, sagten die SPÖ-Abgeordneten vor der Präsentation des Films, der ein berührendes und einfühlsames Portrait eines todkranken Krebspatienten in seinen letzten Lebensmonaten zeichnet.

In der anschließenden Diskussion waren sich Katharina Kucharowits, Anita Natmeßnig und die Vorsitzende der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt, Christina Druml einig, dass die Palliativversorgung in Österreich ausgebaut und flächendeckend angeboten werden muss. „Und zwar unabhängig vom finanziellen und konfessionellen Hintergrund der Personen“, so Kucharowits, die nochmals die Eckpunkte der Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“, wie die aktuelle Situation in der Palliativ- und Hospizversorgung, die Finanzierung, die Patientenverfügung und die Frage nach einer Verankerung des „Sterbens in Würde“ in der Verfassung zusammenfasste. „Die Enquete Kommission hat unter reger Beteiligung von Expertinnen und Experten und Bürgerinnen und Bürger stattgefunden. Das ist ein sehr positives Zeichen. Die Diskussionen in der Enquete-Kommission sollen nicht das Ende, sondern der Anfang einer breit geführten Diskussion sein. Es hat sich gezeigt, dass man sich vor dem Thema Sterben nicht fürchten muss und soll“, unterstrich Kucharowits.

„Es gibt Einigkeit darüber, dass mehr mobile Teams und stationäre Einrichtungen für Palliativmedizin notwendig sind. Jeder Mensch soll selbst darüber entscheiden können, wie er sterben möchte“, so Kucharowits, die in diesem Zusammenhang vor allem auch auf die fehlende Unterstützung von schwerkranken Kindern und Jugendlichen hinwies: „Aktuell sind etwa 1.000 Kinder, Jugendliche und deren Familien betroffen. Die palliative Versorgung für diese Gruppe ist bei weitem noch nicht so ausgebaut, wie wir uns das wünschen. Gerade bei der jungen Bevölkerungsgruppe geht es auch darum, das Umfeld und die Familien zu stärken“, so Kucharowits, die auch zum wiederholten Male klar machte, dass eine Verankerung in der Verfassung aus Sicht der SPÖ nicht sinnvoll ist.