FGM weltweit bekämpfen

Am 6. Februar ist der "International Day of Zero Tolerance to FGM". Frauen-und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr fordern ein Ende der grausamen Praxis weiblicher Genitalverstümmelung.

140 Millionen Frauen weltweit sind laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) betroffen. Auch in Europa und Österreich wird dieses grausame Ritual praktiziert. „FGM ist eine massive Menschenrechtsverletzung", stellt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek klar. Internationale Bemühungen im Kampf gegen die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen wie jene des parlamentarischen Netzwerkes AWEPA (European Parliamentarians with Africa) seien deshalb von besonderer Bedeutung, um dieser „unglaublichen Gewaltanwendung an Frauen endlich ein Ende zu setzen“, so Heinisch-Hosek. Das Engagement von Nationalrätin Petra Bayr als Gründerin von StopFGM und als Vorsitzende der Österreichischen Sektion von AWEPA leiste hier einen wichtigen Beitrag, betont Heinisch-Hosek.

Auch mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen wurde ein wichtiger Schritt gesetzt, um den Gewaltschutz in Österreich noch weiter zu verbessern. Bei Maßnahmen zur Gewaltprävention sieht sich Heinisch-Hosek aber auch als Bildungsministerin gefordert, Stichwort Prävention und Information. FGM soll auch im Unterricht thematisiert werden. Das Frauenressort fördert zudem Vereine, die betroffenen oder bedrohten Frauen Hilfe anbieten. „FGM ist in Österreich ein Thema, das zunehmend ins Bewusstsein der Menschen gedrungen ist. Das ist vor allem einigen Einrichtungen und deren großen Engagement zu verdanken", etwa FEM-Süd, der Afrikanischen Frauenorganisation und dem Verein Orient Express, betont die Ministerin.

Bayr: FGM ist eine Menschenrechtsverletzung

FGM ist eine Menschenrechtsverletzung, die nicht religiös begründet ist", erklärt  SPÖ-Abgeordnete und Gründerin der Plattform stopFGM.net Petra Bayr. Vielmehr handelt es sich um ein kulturspezifisches Initiationsritual. Bayr begrüßt, dass die Gefahr vor Genitalverstümmelung in Österreich als Asylgrund betrachtet wird und für BeamtInnen des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl sowie des Innenministeriums spezielle Schulungen vorgesehen sind. Trotz einer in Sachen Gewaltschutz guten rechtlichen Lage in Österreich, gebe es bis heute jedoch noch keine Verurteilung wegen FGMs als Körperverletzung durch ein österreichisches Gericht, kritisiert Bayr. „Das zeigt, wie wichtig weitere Bewusstseinsarbeit ist." Es gebe außerdem konkrete Projekte, die vor Ort gegen FGM ankämpfen und mit lokalen Organisationen zusammenarbeiten, die es zu unterstützen gilt, sagt Bayr.