Atomkraft: England droht, Klage bleibt

Österreich hat eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Atomkraft. Daran ändern auch die Drohungen aus England nichts. Bundeskanzler Werner Faymann hat klargestellt: „Wir lassen uns nicht drohen.“ Österreich hält an der Klage gegen die Förderung des Briten-AKW Hinkley Point fest.

Vor kurzem war bekannt geworden, dass Großbritannien angekündigt hat, unserem Land bei jeder Gelegenheit zu schaden. Offenbar eine Revanche für Österreichs klare Haltung gegen die gefährliche Atomenergie und damit auch gegen die umstrittene Förderung des britischen Atomkraftwerks (AKW) Hinkley Point. Bundeskanzler Werner Faymann hat angesichts dieser Drohungen beim letzten EU-Gipfel im direkten Gespräch mit dem britischen Premierminister Cameron betont: „Wir lassen uns nicht drohen. Unsere Haltung zu Atomenergie ist unverrückbar.“ Selbstverständlich hält Österreich auch an der Klage gegen Hinkley Point fest.

Klarstellung von den Briten gefordert

Kanzler Faymann hat Cameron außerdem ein Schreiben überreicht, in dem von den Briten eine Klarstellung gefordert wird. Zentraler Satz in dem Brief: „Ich wäre Ihnen für Aufklärung über die britische Position dankbar, insbesondere darüber, ob die vom EU-Generaldirektor dargelegte Position tatsächlich von Ihnen und Ihrer Regierung geteilt wird.“

Hintergrund zum AKW Hinkley Point

Das Kernkraftwerk Hinkley Point liegt nahe Bridgwater, an der Südwestküste von England. Bisher besteht es aus den zwei Teilen Hinkley Point A und Hinkley Point B. Nach den Plänen Großbritanniens sollen dort zwei weitere Atomreaktoren (Hinkley Point C1 und C2) gebaut werden. Den Auftrag für den Bau hat der französische Energieriese EDF an Land gezogen, im März 2013 wurde die Genehmigung dafür erteilt. Da dieser Bau wegen der hohen Investitionskosten so wie die gesamte Atomstromerzeugung unrentabel ist, hat EDF als Bedingung für den Bau eine milliardenschwere Subvention der britischen Regierung in Form eines garantierten Stromabnahmepreises verlangt, der weit über dem üblichen Preis für erneuerbare Energiequellen liegt