Buchpräsentation: Friedrich Fexer als Symbol für jugendlichen Widerstand gegen Faschismus

Gemeinsam mit dem Autor Manfred Pawlik diskutieren die SPÖ-Abgeordneten Ruth Becher, Katharina Kucharowits und Harald Troch über antifaschistischen Widerstand und Zivilcourage.

Anlässlich der Buchpräsentation „Friedrich Fexer – Widerstand und Widerstandspädagogik“ des Wiener Autors Manfred Pawlik wurde die Frage, wie Widerstand und Zivilcourage 2015 aussehen müssen, gemeinsam mit dem Autor auf Initiative der SPÖ-Abgeordneten Ruth Becher gestern Mittwoch im Palais Epstein diskutiert. Die SPÖ-Abgeordnete betonte in ihrer Begrüßung die Notwendigkeit und Bedeutung der umfassenden Dokumentation des Lebens von Friedrich Fexer: „Im Gegensatz zu Deutschland wurde in Österreich der antifaschistische Widerstand von jungen Menschen in dem damaligen Unrechtsstaat noch zu wenig beleuchtet. Umso dankbarer bin ich Manfred Pawlik für diese wichtige Dokumentation und Würdigung eines jungen mutigen Menschen.“

Friedrich Fexer, der nach dem Krieg den Verband Sozialistischer Studenten Österreichs mitbegründete, leistete als Schüler des Gymnasiums Kundtmanngasse im 3. Wiener Gemeindebezirk Widerstand. Er wurde, nachdem er Flugzettel verteilt hatte, von einem Mitschüler denunziert und verhaftet. Die Briefe, die Fexer damals aus dem Gefängnis seiner Familie schrieb, sind zentraler Bestandteil des Buchs von Manfred Pawlik.

Harald Troch: "Krisen erleichtern die Angriffe auf Demokratie, Meinungsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung"

SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina Kucharowits betonte, wie wichtig Berichte von ZeitzeugInnen und Dokumentationen von Überlebenden für den politischen Widerstand heute gegen jegliche Radikalisierungstendenzen insbesondere gegen Rechtsradikalismus sind. Heute gebe es genug Widerstandsfelder – nicht nur für junge Menschen. „Wie viele andere auch beobachte ich mit Sorge das Aufleben von Rechtsradikalismus und Antisemitismus, die die Demokratie gefährden“, so Kucharowits. In diesem Zusammenhang nannte die SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin als zukünftige Herausforderung die Aufgabe der zeitgeschichtlichen Auseinandersetzung nachdem die ZeitzeugInnen verstorben sind.

SPÖ-Abgeordneter Harald Troch erläuterte als Historiker das Entstehen von Faschismus und Diktatur. „Krisen erleichtern die Angriffe auf Demokratie, Meinungsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung“, so Troch. Er stellte klar – in Erinnerung an Rosa Jochmann – dass der Kampf für die Grundfesten der europäischen Werte „ein Kampf ist, der nie zu Ende geht“. Der SPÖ-Abgeordnete zeigte sich fasziniert von der Biographie von Friedrich Fexer: „Manfred Pawlik ist es gelungen, keine Musealisierung daraus zu machen, sondern ein lebhaftes Bild eines jungen mutigen Menschen, der sich nicht instrumentalisieren lässt“.