NMS: Je vollständiger die Umsetzung, desto bessere Resultate

Der Evaluierungsbericht in Sachen Neue Mittelschule zeigt: Es gibt teils deutliche Verbesserungen, aber die Umsetzung des Konzepts ist zum Teil noch unvollständig.  

Die Einführung der im Jahr 2008 als Schulversuch gestarteten und 2012 gesetzlich verankerten Neuen Mittelschule (NMS) wurde in den vergangenen Jahren durch eine wissenschaftliche Evaluation begleitet. Untersucht wurde die NMS-Generation 1 und 2 – mittlerweile startet mit Herbst bereits die 8. Generation ins erste Schuljahr. Für Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek zeigt die Evaluierung, „wo noch nachzubessern ist“. Gleichzeitig belegen die deutlichen Verbesserungen des Schulklimas und der Schulkultur auch den richtigen Weg. Die Ministerin setzt sich für eine Weiterführung und noch bessere Umsetzung des bewährten pädagogischen Anspruchs der NMS ein. Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der NMS sieht die Ministerin im Engagement der Lehrkräfte.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Bei der Umsetzung des pädagogischen Konzepts der NMS bestehen große Unterschiede.
  • Je vollständiger das pädagogische Konzept der NMS umgesetzt wird, desto stärker fallen die Leistungssteigerungen aus.
  • Schulklima und Lernkultur haben sich durch die NMS-Einführung deutlich verbessert.
  • Rückgang von Gewalt und normabweichendem Verhalten.
  • Steigerung der Übertrittsrate in weiterführende höhere Schulen.
  • Der Besuch der NMS bringt Vorteile für Kinder mit nichtdeutscher Erstsprache.
  • Das Problem der sozialen Selektion von SchülerInnen bleibt aber weiter bestehen. Durch das gleichzeitige Bestehen von NMS und AHS-Unterstufen, „zieht die AHS-Unterstufe jene ‚Zugpferde‘ ab, von denen sich schwächere SchülerInnen etwas abschauen können“, betonte Heinisch-Hosek.

Maßnahmen zur Verbesserung der Umsetzung

Die Bildungsministerin hat in der Bildungsreformkommission bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Umsetzung des NMS-Konzepts vorgeschlagen. Wichtigster Punkt dabei: ein zielgerichteter und bedürfnisgerechter Mitteleinsatz. So wäre es beispielsweise möglich, die zweckgewidmeten Mittel des Bundes, die bisher auf die Fächer Deutsch/Mathematik/Englisch begrenzt waren, für weitere standortspezifische Schwerpunktfächer zu öffnen. Auch die Option Schüler-Coaching statt Team-Teaching wäre möglich. Nötig dafür wäre eine Gesetzesänderung, die schnell und einfach bereits ab Herbst umsetzbar wäre, sagte Ministerin Heinisch-Hosek.

Elisabeth Grossmann: Ressourcen zielgerichteter einsetzen

SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann sieht in den Ergebnissen des Evaluierungsberichts einen „Handlungsauftrag, bei der Umsetzung des an sich richtigen Konzepts nachzuschärfen“ und die Ressourcen effizienter und zielgerichteter einzusetzen. So könnten jene Standorte besser unterstützt werden, die beispielsweise viele Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss oder sozialen Problemen ausbilden. Die SPÖ macht sich bekanntlich schon seit längerem für einen neuen Schlüssel bei der Ressourcenverteilung stark. Verbesserungspotential ortet Grossmann auch bei der Schulaufsicht. Ziel muss es sein, zu einer „effizienteren Schulaufsicht im Sinne eines begleitenden Qualitätsmanagements zu kommen“.

WEB-TIPP: Der NMS-Evaluierungsbericht findet sich in der Vollversion und als Kurzfassung auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Frauen