Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2014 verliehen

Der Hauptpreis für das Politische Buch 2014 geht an den aus dem Irak stammenden Najem Wali. Nahostexpertin Gudrun Harrer wurde für ihr publizistisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Anerkennungspreise gibt es für Peter Ulrich Lehner und Johann Skocek.

Im Wiener Rathaus wurde der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2014 an Najem Wali für seinen Roman "Bagdad Marlboro" verliehen. Juryvorsitzender Hannes Swoboda hielt die Laudatio auf den Hauptpreisträger: „Wir freuen uns, dass es Autoren gibt, die uns mit ihren Büchern ein wenig Hoffnung geben können." Der aus dem Irak stammende und in Berlin lebende Wali thematisiert in seinem Roman die nationalen Traumata im kriegsgeschädigten Irak. Er erzählt die Geschichte aus doppelter Perspektive, einmal der irakischen, einmal der amerikanischen, und bemüht sich so um größtmögliche Objektivität in seiner Betrachtung der Vorgänge in Irak.

Sonderpreis für Nahost-Expertin Harrer

Der Sonderpreis für das publizistische Gesamtwerk ging an Gudrun Harrer. Die international anerkannte Nahostexpertin wurde für ihre fundierte Publikationstätigkeit als Autorin und Journalistin, mit der sie maßgeblich zum Verstehen der Geschehnisse im arabischen Raum und im Nahen Osten beiträgt, ausgezeichnet.

Anerkennungspreise für Lehner und Skocek

Peter Ulrich Lehner erhielt den Anerkennungspreis für sein Buch „Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf in Hernals. Ereignisse, Gestalten, Orte, Spuren in einem Wiener ArbeiterInnenbezirk." Wohnbau-Stadtrat und Vorsitzender der SPÖ-Bildung Michael Ludwig würdigte Lehner in seiner Laudatio als „unbequemen Denker, der sich nicht scheut, kritische Fragen zu stellen". Sein Buch umfasst an die 1.900 Biographien von WiderstandskämpferInnen und Verfolgten in Hernals in den Jahren zwischen 1933 und 1945. „Lehners Buch ist jetzt schon ein Standardwerk für seinen Bezirk", sagte Ludwig.

Für das Buch "Mister Austria. Das Leben des Klubsekretärs Norbert Lopper. Fußballer. KZ-Häftling. Weltbürger" erhielt Johann Skocek den Anerkennungspreis. Das Buch bringe den tragischsten Abschnitt der österreichischen Geschichte „nicht mit dem politischen Zeigefinger" näher, so Juryvorsitzender Hannes Swoboda. „Skocek zeigt die Höhen und Tiefen im Leben eines Menschen, der den unbeugsamen Willen hatte, sich niemals unterkriegen zu lassen", sagte Swoboda.
Den Sonderpreis für besondere verlegerische Leistungen erhält der Klagenfurter Wieser-Verlag.

Der Bruno-Kreisky-Preis:

Der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch wird seit 1993 jährlich vom Karl-Renner-Institut und der sozialdemokratischen Bildungsorganisation vergeben. Im Sinne Bruno Kreisky wird mit dem Preis politische Literatur gewürdigt, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und die Freiheit der Kunst einsteht. Neben dem Hauptpreis werden Sonderpreise für ein Lebenswerk, für besondere verlegerische Leistungen sowie Anerkennungspreise vergeben. Der Hauptpreis und der Sonderpreis für das publizistische Gesamtwerk sind mit jeweils 7.000 Euro dotiert, alle anderen Preise mit 2.500 Euro.

Service: Mehr Informationen finden sich auf der Website des Renner-Instituts