Vier Jahre nach Fukushima: Atomkraft ist Hochrisiko-Energie

„Das einzig Nachhaltige an Atomenergie ist ihr nachhaltiges Risiko, die nachhaltigen Kosten und die nachhaltige Angst, die sie verbreitet“, betonte Bundeskanzler Werner Faymann anlässlich des vierten Jahrestags der Nuklearkatastrophe von Fukushima.

Faymann unterstrich auch, dass die Atomenergie „nicht marktfähig und veraltet ist, außerdem geht eine unberechenbare Gefahr von ihr aus“, wie der Super-GAU von Fukushima am 11. März 2011 deutlich bewiesen hat. Kernenergie kann, so der Kanzler, im heutigen Energiemarkt mit seinen nachhaltigen und erneuerbaren Energieformen nur künstlich durch Subventionen am Leben gehalten werden. Österreich wird dagegen mit allen Mitteln vorgehen: „Atomkraft ist nicht förderungswürdig. Deswegen werden wir wie angekündigt gegen die Förderung des britischen AKW Hinkley Point C Klage einreichen“, bekräftigte Faymann.

Weninger: Raus aus der Atomkraft

SPÖ-Umweltsprecher Hannes Weninger sprach sich anlässlich des Fukushima-Gedenktags für einen europaweiten Atomausstieg aus. „Die Katastrophe von Fukushima hat uns wieder einmal die Gefährlichkeit und die zerstörerische Kraft von Atomenergie vor Augen geführt. Europa ist mehr als reif für einen kompletten Ausstieg aus der Atomenergie“, sagte Weninger. Nachhaltige und erneuerbare Energien müssen genauso genutzt werden wie Energieeffizienz, betonte Weniger.

Freund: Atomenergie ist nicht zukunftstauglich

Auch SPÖ-EU-Abgeordneter Eugen Freund betonte, dass „Atomenergie kein zukunftstaugliches Modell ist“. Überdies birgt Atomenergie ein nicht beherrschbares Risiko, wie Fukushima gezeigt hat.

 

Hintergrund: Kernschmelzen nach Erdbeben und Tsunami

Vor vier Jahren, am 11. März 2011, wurde Japan von einer verheerenden Unglücksserie heimgesucht. Auf ein schweres Erdbeben folgte ein Tsunami, der sich binnen kurzem kilometerweit ins Land wälzte – rund 19.000 Menschen starben, Hunderttausende wurden obdachlos. Im Kernkraftwerk Fukushima kommt es kurz nach dem Erdbeben zu mehreren Kernschmelzen, Radioaktivität wird freigesetzt. Die Folgen von Fukushima sind dramatisch: Immer mehr JapanerInnen sterben u.a. aus gesundheitlichen Gründen an den Folgen der jahrelangen Flucht vor der Strahlung. Zehntausende Menschen müssen unter ärmlichsten Bedingungen in containerähnlichen Behelfsunterkünften leben. Die Aufräumarbeiten werden noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen, das Gebiet um Fukushima ist verseucht – und das für unabsehbare Zeit.  MedizinerInnen warnen vor kontaminierten Lebensmitteln und erwarten tausende Krebsfälle in Japan.