Equal Pay Day

Equal Pay Day: Maßnahmen für Lohngleichheit weiterentwickeln

Der Equal Pay Day, heuer am 31. März, erinnert an den Missstand, dass Frauen noch immer um ein Viertel weniger verdienen als Männer. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek will die Instrumente, die die Gehaltsschere schließen sollen, weiterentwickeln.

Equal Pay Day ist der Tag, bis zu dem Frauen in das Jahr 2015 hinein weiterarbeiten müssen, damit sie so viel verdient haben, wie die Männer mit Ende 2014. Für Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist klar: „Hier muss sich dringend etwas ändern. Obwohl Frauen so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, verdienen sie noch immer 23,85 Prozent weniger als Männer. Das bedeutet 62 Tage an Mehrarbeit.“ Von diesem Viertel, um das Frauen weniger verdienen als Männer, sind 15 Prozent nicht mit Teilzeit, Überstunden oder der Berufswahl erklärbar. „Das sind die reinen Diskriminierungsprozente, die da übrig bleiben“, sagt die Ministerin.

Evaluierung von Einkommensberichten und Gehaltsrechner

Mit den Einkommensberichten, den Gehaltsangaben in Stelleninseraten und dem Gehaltsrechner sind bereits wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, „jetzt braucht es weitere Kraftanstrengungen“, sagt Heinisch-Hosek. Die Ministerin hat eine Evaluierung der seit 2011 gesetzlich verpflichtenden Gehaltsangaben in Stelleninseraten und der Einkommensberichte, die Unternehmen ab 150 MitarbeiterInnen legen müssen, beauftragt. Die vorhandenen Instrumente sollen dann auf Basis der Ergebnisse weiterentwickelt werden, um die Einkommensschere endlich schließen zu können.

Neue Plattform für Frauen und Mädchen

Darüber hinaus fordert Heinisch-Hosek ein Umdenken bei der Frage des Werts von Arbeit: „Der gesellschaftliche Wert von Arbeit muss unabhängig davon beurteilt werden, ob sie vorrangig von Frauen oder von Männern ausgeführt wird – das muss sich auch in der Entlohnung wiederspiegeln.“ Außerdem müssen die Rollenbilder überwunden werden, die immer noch dazu beitragen, dass ein großer Teil der Frauen niedrig entlohnte Berufe ergreift.

Im April wird die Frauenministerin eine Plattform präsentieren, die Frauen und Mädchen über die Möglichkeiten im technischen Bereich informieren und dafür begeistern soll.

Quotenregelung auch in der Privatwirtschaft

Die vielen gut ausgebildeten Frauen müssen außerdem endlich auch in den Chefetagen ankommen: „Die Selbstverpflichtung bei staatsnahen Betrieben zeigt, dass Quotenregelungen wirken“, sagt Heinisch-Hosek, die solche Maßnahmen auch für die Privatwirtschaft erreichen will.

SPÖ-Frauen: Wir schau'n drauf, dass den Frauen genug im Börsel bleibt

Die SPÖ-Frauen „schau'n drauf, dass den Frauen genug im Börsel bleibt“, sagt SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner anlässlich des Equal Pay Day. „Frauen haben ein Recht auf ein Einkommen, von dem sie auch leben können“, das zeigt auch die Kampagne der SPÖ-Frauen zum Thema. „Wichtig ist, dass das Thema Gehalt offen angesprochen wird. Wenn die Zahlen am Tisch liegen, können die Unterschiede am ehesten erkannt und behoben werden“, sagt Brunner. Eine wichtige Orientierungshilfe bietet der Gehaltsrechner www.gehaltsrechner.gv.at.