„Generation Y“ – Demokratie braucht selbstbewusste junge Menschen

Der „Generation Y“, also den heute 20- und 30-Jährigen, widmete sich die SPÖ-Klubtagung in einer Diskussionsrunde.  Deren Probleme mit unbezahlten Praktika und teurem Wohnen wurden ebenso thematisiert wie notwendige neue Formen der politischen Kommunikation.

Nach einem Vortrag der Jugendforscherin Beate Großegger diskutierten Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Jugendsprecherin Katharina Kucharowits und SPÖ-Bereichssprecher für Forschung, Innovation und Technologie Philip Kucher.

Katharina Kucharowits beschrieb das Lebensgefühl einer ganzen Generation, das von der Krise geprägt sei. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Wohnen und Arbeiten. „Viele Jugendliche sind schon sehr früh selbstbestimmt, eigenständig, aber nicht im finanziellen Sinn. Da sind sie länger als die Generationen davor von den Eltern abhängig.“, erklärte Kucharowits. Viele würden nach ihren Abschlüssen von einem Praktikum zum nächsten gehen. Oftmals seien diese unbezahlt, manchmal müsse man dafür sogar bezahlen. „Wovon sollen junge Menschen ihre Miete bezahlen? Es gibt viele gute Beispiele für gelungene Wohnprojekte für junge Menschen in ganz Österreich. Damit müssen wir aber definitiv in die Fläche kommen“, so die Jugendsprecherin.

Demokratie braucht selbstbewusste, junge Menschen

 „Demokratie braucht selbstbewusste, junge Menschen“, waren sich die DiskutantInnen einig. Ein Schlüssel dazu sei Bildung: Die Bildungsministerin verwies auf das Gefühl der Unsicherheit, das viele junge Menschen begleite. „Viele haben eine Krisenstimmung. Hier ist es besonders wichtig hinzuhören. Die Kommunalpolitik ist gefordert genau hinzuhören was junge Menschen brauchen. Aber auch in der Bildungspolitik wollen wir ihnen helfen und schon früh Berufsorientierung zu implementieren“, so Heinisch-Hosek. „Wir wollen, dass sich junge Menschen zu selbstbewussten Erwachsenen entwickeln können und das abseits von althergebrachten Geschlechtersterotypen“, so Heinisch-Hosek.

Philip Kucher, Bereichssprecher für Forschung, Innovation und Technologie, brachte ein gelungenes Beispiel aus Kärnten für die Partizipation junger Menschen an der Politik. „Mit der Nachwuchsakademie geben wir jungen Menschen die Chance direkt mitzuarbeiten. Junge Menschen sehen, dass sie wahr- und ernstgenommen werden.“ Insbesondere sei es wichtig die Sprache junger Menschen zu sprechen und ihre Lebensrealitäten zu verstehen. „Politik spielt nicht immer die große Rolle im Leben von jungen Menschen. Hier müssen wir uns ihnen annähern und beginnen gemeinsam Politik zu formulieren.“