Neue Daten belegen: Neue Mittelschule ist erfolgreich

Die vor kurzem präsentierte Statistik-Austria-Analyse „Bildung in Zahlen 2013/14“ zeigt, dass Österreich in Sachen Bildungsniveau weiter zulegt. Auch die Neue Mittelschule schneidet sehr positiv ab: Sie unterstützt einen höheren Bildungsabschluss.

Die aktuelle Bildungsstatistik „Bildung in Zahlen“ beschäftigt sich mit der Struktur des österreichischen Bildungswesens und liefert in diesem Bereich aufschlussreiches Zahlenmaterial, Schlüsselindikatoren und Analysen. Ein ebenso wichtiges wie erfreuliches Ergebnis ist der Befund, dass das österreichische Bildungsniveau weiter ansteigt. Dazu Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek: „Wir haben heute mehr als dreimal so viele Menschen mit Tertiärabschluss und über 15 Prozent mehr Menschen mit Sekundarabschluss als noch im Jahr 1981. Das ist ein deutliches Zeichen für die Qualität unseres Bildungssystems, an dessen Weiterentwicklung wir permanent arbeiten.“

Gutes Zeugnis für Neue Mittelschule

Sehr positiv sind auch die Ergebnisse für die Neue Mittelschule (NMS). Denn die aktuellen Daten von „Bildung in Zahlen“ zeigen ganz klar, dass die NMS einen höheren Bildungsabschluss unterstützt. SchülerInnen der NMS wechseln deutlich öfter in eine höhere Schule mit Matura-Abschluss als HauptschülerInnen. So wechselten im Herbst 2014 rund 46 Prozent der AbsolventInnen einer NMS an eine höhere Schule, aber nur 39 Prozent der HauptschülerInnen. „Zusammen mit der Tatsache, dass bei den Mädchen sogar mehr als die Hälfte an höhere Schulen wechseln, ist das ein klarer Beleg dafür, dass wir mit der Neuen Mittelschule auf dem richtigen Weg sind“, sagte Heinisch-Hosek.

Die Neue Mittelschule verringert im Vergleich zur Hauptschule auch die Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund, wenn es darum geht, an eine höhere Schule zu wechseln. SchülerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache haben eine deutlich höhere Übertrittsquote von einer NMS in höhere Schulen: 38,8 Prozent wechseln in eine AHS oder BHS, nur 28,6 Prozent der HauptschülerInnen. „Auch das ist gerade vor dem Hintergrund von Integration und dem Erwerb höherer Bildung ein wichtiger Erfolg der Neuen Mittelschule“, betonte die Ministerin. Auch Statistik-Austria-Direktor Konrad Pesendorfer unterstrich den Erfolg der Neuen Mittelschule und sprach von „sehr ermutigenden Resultaten“ und einer Qualitätsverbesserung in der Sekundarstufe I.

Frauen so gut ausgebildet wie nie zuvor

Erfreuliches gibt es auch im Bereich Mädchen/junge Frauen und Bildung. Denn Detailergebnisse von „Bildung in Zahlen“ belegen, dass Frauen so gut ausgebildet sind wie nie zuvor – und dass sich dieser Trend auch fortsetzt. „Als Bildungs- und Frauenministerin ist es für mich wichtig und erfreulich, dass Mädchen und junge Frauen im Bildungsbereich weiter auf der Überholspur sind“, betonte Heinisch-Hosek.

Bildungsvererbung nach wie vor zu hoch

Handlungsbedarf ortet die Ministerin bezüglich der Bildungsvererbung, die in Österreich zwar leicht rückläufig, aber nach wie vor zu hoch ist. „Der Umstand, dass 56 Prozent der Kinder von AkademikerInnen einen tertiären Abschluss haben, aber nur sechs Prozent jener Personen, deren Eltern maximal über einen Pflichtschulabschluss verfügen, spricht eine deutliche Sprache. Wir müssen hier gegensteuern, denn wir verlieren hier unglaublich viel an wichtigem Potenzial“, sagte Heinisch-Hosek. Zwar werden mit der Neuen Mittelschule und dem Ausbau der ganztägigen Schulformen wichtige Schritte in die richtige Richtung gesetzt, „wir wissen aber, dass jene Länder, in denen die SchülerInnen länger als bei uns die Möglichkeit haben, gemeinsam zu lernen, deutlich bessere Ergebnisse haben“, betonte die Bildungsministerin.

Elisabeth Grossmann: Neue Mittelschule macht Bildungssystem durchlässiger

Auch SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann sieht in den Ergebnissen von „Bildung in Zahlen“ eine Bestätigung für die Neue Mittelschule (NMS). „Die NMS trägt dazu bei, das Bildungsniveau von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund anzuheben. Und sie trägt dazu bei, das Bildungssystem durchlässiger zu machen“, sagte Grossmann. Für Grossmann ist mit Blick auf den Umstand, dass Bildung nach wie vor in einem zu hohen Ausmaß vererbt wird, klar: „Es muss selbstverständlich werden, dass ein Kind in Österreich die Chance hat, einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben als seine Eltern.“ Mit der NMS und dem Ausbau der Ganztagsschulen setze man hier wichtige Schritte, aber: „Langfristig geht der Weg in Richtung gemeinsame Schule, das ist ganz klar“, sagte Grossmann.

 

WEB-TIPP:

Die aktuelle Statistik-Austria-Analyse „Bildung in Zahlen 2013/14“ finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Frauen.